:: Ueber uns
:: Statuten
:: Projekte
:: Spenden
:: Mitgliedschaft
:: Events
:: Links
:: Bilder
:: News
:: Ueber Aids
:: Forum
:: Kontakt




 
   Facts zu HIV und Aids
Auf diese Weise kann HIV übertragen werden:
ungeschützter
Analverkehr
ungeschützter
Vaginalverkehr
Oralverkehr
wenn Sperma oder Menstruationsblut in den Mund gelangt;
bei Scheidenflüssigkeit im Mund ist das Risiko sehr gering
Spritzentausch
z.B.: "needle sharing" beim i.v. Drogenkonsum
Mutter auf Kind
während der Geburt und beim Stillen
 
Auf diese Weise kann HIV nicht übertragen werden:
Sex mit Kondom
und andere Safer Sex Praktiken wie Petting, Streicheln, Küssen, Kuscheln etc.
Anhusten & Anniesen gemeinsam
Essen & Trinken
Frisör Wäsche
Tiere Hände schütteln
Türgriffe Insektenstiche
Toilette Bad & Sauna
Spielplatz gemeinsam Wohnen
Arzt & Krankenpflege

Der HIV-Test

Wolfgang Preiser

zurück/back

Das Wissen um eine HIV-Infektion ist Voraussetzung, um die neuesten Therapiemöglichkeiten optimal nutzen zu können. Deshalb wird empfohlen, sich nach einer Risikosituation beraten und auf HIV testen zu lassen. Im Gegensatz zu früher hat der HIV-Test heute eine große therapeutische Relevanz: Ein rechtzeitiger HAART-Beginn kann das Leben entscheidend verlängern. Deshalb ist es in den letzten Jahren zu einem Bewusstseinswandel gekommen: Wurde früher ein HIV-Test in erster Linie als schwerwiegender Eingriff in die Rechte des Betroffenen betrachtet, steht der Behandler in der HAART-Ära geradezu in der Pflicht, durch notfalls nachdrückliches Zuraten zu einem HIV-Test dem Patienten die Möglichkeiten der HAART zu eröffnen. Ein HIV-Test kann auch im Interesse Dritter wichtig sein; Beispiele sind die Testung eines Indexpatienten nach Nadelstichverletzungen sowie das Screening schwangerer Frauen.

Beim Vorliegen einer typischerweise mit HIV assoziierten Erkrankung liefert die Diagnose bzw. der Ausschluss einer HIV-Infektion wichtige Hinweise für das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen. Meist geht es um die Feststellung einer etablierten, d. h. schon längere Zeit (oft Jahre) bestehenden HIV-Infektion. Sonderfälle sind der Verdacht auf eine akute Primärinfektion oder eine vertikal übertragene Infektion, denn hier müssen besondere Teststrategien verwendet werden (s. u.).

Neben der Individualdiagnostik werden HIV-Tests in großer Zahl bei Spendern von Blut und Blutprodukten zur Gewährleistung der Infektionssicherheit verwendet; ferner bei Transplantatorganen sowie (oft anonymisiert) zur epidemiologischen Überwachung (UNAIDS, 1997a und 2001).

Wie testen

Die Diagnose einer HIV-Infektion wird in der Regel indirekt, d. h. über den Nachweis virusspezifischer Antikörper gestellt (Gürtler 1996). Diese sind bei praktisch 100 % der HIV-Infizierten nachweisbar und Marker der humoralen Immunreaktion auf den Erreger. Im Gegensatz zu vielen anderen Viren kommt den Antikörpern bei HIV keine immunprotektive Wirkung im Sinne einer Immunität zu. Ihr Nachweis ist aber gleichbedeutend mit einer chronisch-aktiven HIV-Infektion.

Neben der indirekten Diagnose durch Antikörpernachweis ist auch die direkte Diagnose möglich: entweder durch den Nachweis des infektionsfähigen Virus (mittels Zellkultur - nur in Labors der biologischen Sicherheitsstufe 3 möglich), der viralen Antigene (p24-Antigen-ELISA) oder der viralen Nukleinsäure (Virusgenom, Sammelbezeichnung NAT = nucleic acid testing). Am häufigsten wird heute der virale Genomnachweis eingesetzt, da dieser kein Hochsicherheitslabor erfordert, empfindlicher ist als der Antigennachweis und eine Quantifizierung ermöglicht.

Um den Infektionsstatus festzustellen, ist der direkte Virusnachweis nur in Ausnahmefällen sinnvoll, beispielsweise bei Verdacht auf eine frische Primärinfektion oder bei Babies HIV-infizierter Mütter (Details s. u.).

Neben qualitativen (ja/nein-Aussage) haben quantitative Tests zum Virusnachweis eine immer größere Bedeutung. Die Bestimmung der Konzentration viraler RNA im Plasma, die sogenannte "Viruslast"-Bestimmung, ist zu einem unentbehrlichen Hilfsmittel zur Steuerung der antiretroviralen Therapie geworden.

Spricht man vom "HIV-Test" (gelegentlich auch noch vom "AIDS-Test"), so ist jedoch fast immer der Test auf HIV-spezifische Antikörper als Infektionsmarker gemeint.

HIV-Antikörper-Diagnostik

Die Testung auf HIV-Antikörper erfordert grundsätzlich mindestens zwei unterschiedliche Tests:

1. Suchtest

und

2. Bestätigungstest.

Die meisten Suchtests basieren auf dem Prinzip des ELISA (Enzyme Linked Immuno Sorbent Assay) oder anderer, verwandter Testformate (UNAIDS, 1997b). Suchtests müssen äußerst empfindlich (sensitiv) sein, um die Wahrscheinlichkeit falsch-negativer Ergebnisse gering zu halten. Das bedeutet, sie müssen auch Antikörper geringer Aktivität erfassen, wie sie z. B. früh nach einer Primärinfektion vorkommen. Auch müssen Antikörper gegen alle in Frage kommenden HIV-Typen (HIV-1, HIV-2) und -subtypen (HIV-1-N, HIV-1-O, HIV-1-M) detektiert werden (UNAIDS/WHO, 1992 und 1997).

Wenn das Ergebnis eines solchen Suchtests positiv ist, muss es anschließend durch mindestens einen Bestätigungstest abgesichert werden. Hierfür ist in Deutschland (wie auch in den USA) ein so genannter Western-Blot oder ein Immunfluoreszenz-Test (IFT oder IFA) vorgeschrieben. In anderen Ländern (z. B. Großbritannien) kann eine Bestätigung auch durch die Verwendung mehrerer verschiedener Tests in definierter Abfolge in Form eines Algorithmus erfolgen, was dem Western-Blot keineswegs unterlegen ist (Tamashiro 1993).

ELISA-Suchtest

Viele kommerzielle ELISA-Tests werden in Form von 96-Loch-Mikrotiterplatten angeboten. Durch die so mögliche Automatisierung können große Zahlen von Patientenproben sicher und kostengünstig abgearbeitet werden. Daneben gibt es aber auch andere Testformate, die ebenfalls häufig mit Hilfe großer Analyseautomaten durchgeführt werden.

Man unterscheidet verschiedene ELISA-"Formate"; ihnen allen liegt das Prinzip einer spezifischen Antigen-Antikörper-Reaktion zugrunde. Anfangs benutzte man aus Zellkultur gewonnenes HIV-"Vollvirus"-Antigen (Tests der 1. Generation), heute wird eine Mischung rekombinant erzeugter Virusproteine oder synthetischer Peptide verwendet, die jeweils immundominante Epitope darstellen (Tests ab der 2. Generation).

Wichtig ist zu wissen, inwieweit die verwendeten Antigene Antikörper gegen die in Frage kommenden Virustypen (HIV-1, HIV-2) und -subtypen (HIV-1-N, HIV-1-O, HIV-1-M) erfassen, damit bei "exotischen" Virusstämmen ein falsch-negatives Ergebnis vermieden werden kann. Ein solches ist zum Beispiel bei Patienten möglich, die sich in Westafrika mit HIV-2 infiziert haben, aber nur auf HIV-1-Antikörper getestet werden. Wegen der mehr oder minder stark ausgeprägten Kreuzreaktivität ist eine serologische Differenzierung zwischen Infektionen mit HIV-1 und HIV-2 nur mit Hilfe spezieller Tests möglich und muss gegebenenfalls direkt mit dem Labor besprochen werden.

Bei den meisten ELISA-Tests ist Virusantigen auf der sogenannten Festphase (z. B. auf dem Boden der Näpfchen der Mikrotiterplatte) gebunden. Gibt man Patientenserum hinzu, das spezifische Antikörper gegen diese Antigene enthält, kommt es zu einer Antikörper-Antigen-Bindung. Diese wird anschließend durch Zugabe eines enzymmarkierten "Konjugates" nachgewiesen. Das Konjugat kann entweder ein gegen menschliche Antikörper gerichteter Zweitantikörper z. B. von der Ziege sein ("Antiglobulin"-Test) oder wiederum Virusantigen (oft dasselbe wie auf der Festphase: "immunometrischer" oder Sandwich-Test; Tests der 3. Generation), jeweils an ein Enzymmolekül gekoppelt. "Immunometrische" Tests haben den Vorteil, daß Antikörper aller Klassen (auch die "frühen" IgM-Antikörper, die allerdings bei der HIV-Infektion keine große Rolle spielen) erkannt werden. Schließlich setzt das Enzym ein zugegebenes Substrat um, wodurch es zum Farbumschlag kommt; die gemessene Intensität ("optical density") dieser Farbreaktion ist proportional zum Antikörpergehalt der Probe. Einen Sonderfall stellen "kompetitive", meist hoch-spezifische Tests dar: Hierbei werden gleichzeitig mit dem Patientenserum enzymmarkierte HIV-Antikörper auf die Festphase gegeben. Diese konkurrieren mit dem Patienten-Antikörper um die Antigen-Bindungsstellen. Hat der Patient keine HIV-Antikörper, stehen dem enzymmarkierten Antikörper alle Bindungsstellen zur Verfügung, und der Farbumschlag nach Zugabe eines konjugierten Zweitantikörpers und des Substrates fällt entsprechend stark aus. Und umgekehrt: Je mehr spezifische Antikörper das Patientenserum aufweist, desto schwächer der Farbumschlag. Alle diese Formate haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Antikörpertests der 4. Generation kombinieren den HIV-Antikörpernachweis mit dem Nachweis des viralen p24-Antigens, um die "diagnostische Lücke" (s. u.) zu verkleinern (Brust 2000).

Die Genauigkeit eines Tests ist die Kombination zweier Faktoren: der testeigenen Sensitivität (Empfindlichkeit) und der Spezifität. ELISA-Suchtests auf HIV sind extrem sensitiv (an die 100 %), was bedeutet, daß auch sehr geringe Mengen HIV-Antikörper - z. B. früh im Verlauf einer Infektion - nachgewiesen werden. Die sehr hohe Sensitivität verringert das Risiko eines "falsch negativen" Testergebnisses und somit der falschen Aussage: "Es liegt keine HIV-Infektion vor!", obwohl eine HIV-Infektion sehr wohl vorliegt. Ist ein ELISA-Test auch 6 Monate nach einem potentiellen Infektionsrisiko negativ, bedeutet das aufgrund der hohen Sensitivität, daß die Wahrscheinlichkeit, mit HIV infiziert zu sein, praktisch gegen Null geht, sofern ein geeigneter Test verwendet wird (Preiser 2000).

Bis zum Inkrafttreten der in vitro-Diagnostika-Richtlinie 98/79/EG mussten HIV-Tests in Deutschland durch das Paul Ehrlich-Institut in Langen (http://www.pei.de/) zugelassen werden. Für ab dem 07.12.2003 erstmals verkaufte HIV-Tests gilt das Medizinproduktegesetz; solche Produkte müssen die CE-Kennzeichnung aufweisen. Dabei wird unter anderem geprüft, ob ein neu zuzulassender HIV-Suchtest 600 HIV-positive Proben, darunter 200 HIV-2-positive, aus verschiedenen Infektions- bzw. Krankheitsstadien zu 100% erkennen konnte.

Die sehr hohe Sensitivität des ELISA-Tests bedingt andererseits jedoch eine geringere Spezifität. Das bedeutet, daß das Testergebnis gelegentlich "falsch positiv" sein kann. Der Test zeigt dann das Vorhandensein von Antikörpern gegen HIV an, in Wirklichkeit aber wurden im Blut Substanzen als vermeintliche HIV-Antikörper "erkannt", die keine sind. Falsch positive Ergebnisse werden zum Beispiel durch eine Stimulierung des Immunsystems hervorgerufen (Virus-Infektionen, Schwangerschaft, Impfungen, Autoimmunerkrankungen). Laborfehler im eigentlichen Sinne sind selten, können aber auch auftreten (z. B. Verwechslung, Verschleppung von positivem Material durch Pipettieren etc.). Die derzeit in Deutschland zugelassenen HIV-Suchtests weisen eine Spezifität von mindestens 99,5 % auf; das heißt, von 4.000 getesteten HIV-negativen Proben von Blutspendern dürfen maximal 20 ein falsch-reaktives Testergebnis aufweisen.

Wegen der test-immanenten Möglichkeit einer solchen unspezifischen Reaktivität ist es besser, von "reaktivem" Suchtest-Ergebnis zu sprechen als von "positivem", um Missverständnisse zu vermeiden. Um falsch positive (End-)Ergebnisse zu vermeiden, muss jeder reaktive ELISA-Test mit einem Bestätigungstest (Western-Blot oder IFT) kontrolliert werden. Erst dann sollte von einem "positiven HIV-Test" gesprochen werden!

Wichtig: Ein reaktiver Suchtest macht noch keine HIV-Infektion. Nur der positive Bestätigungstest erlaubt die Diagnose einer HIV-Infektion!

Western-Blot-Bestätigungstest

Der Western-Blot ist eine Methode, bei der Virus in Zellkulturen vermehrt, aufgereinigt und denaturiert (d. h. in seine Bestandteile zerlegt) und die Virusproteine mittels Elektrophorese entsprechend ihrem Molekulargewicht aufgetrennt werden. Anschließend werden die so aufgetrennten Virusproteine auf eine Nitrocellulose-Membran übertragen (geblottet) und mit Patientenserum inkubiert. Sind darin Antikörper gegen entsprechende virale Proteine vorhanden, binden sich die Antikörper an diese Proteine. Diese Antigen-Antikörper-Reaktion wird durch einen enzymmarkierten Zweitantikörper und passendes Substrat auf dem Teststreifen sichtbar gemacht, wobei die so genannten "Banden" auftreten.

Der Western-Blot ist ein Bestätigungstest, der nur dann durchgeführt wird, wenn der ELISA-Suchtest reaktiv war. Es gibt HIV-1- und HIV-2- Western-Blots. Das Ergebnis des Western-Blot kann positiv oder negativ sowie (bei inkomplettem Bandenmuster) auch uneindeutig (grenzwertig oder unspezifisch) ausfallen.

Die Proteine von HIV auf dem Western-Blot werden bezeichnet mit "p" (für Protein) oder "gp" (für Glykoprotein), gefolgt von der relativen Molekülmasse (x 1000). Sie werden (hier am Beispiel des HIV-1- Western-Blots) in drei Gruppen eingeteilt: die env- oder Hüllproteine (gp41, gp120, gp160), die gag- oder Kernproteine (p18, p24/25, p55) und die pol- oder Endonuklease-Polymerase-Proteine (p34, p40, p52, p68). Die Kriterien, die erfüllt sein müssen, um ein HIV- Western-Blot-Untersuchungsergebnis als positiv zu beurteilen, werden von unterschiedlichen Organisationen uneinheitlich definiert. Das amerikanische Rote Kreuz verlangt zum Beispiel mindestens drei Banden, eine aus jeder Gruppe (also je eine gag-, pol- und env-Bande). Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA verlangt eine p24-, eine p34- sowie eine gp41- oder gp120/160-Bande (Centers for Disease Control and Prevention, 1989). Nach einer WHO-Empfehlung kann hingegen ein Western-Blot bereits als positiv beurteilt werden, wenn lediglich zwei env-Banden nachgewiesen werden. In Deutschland gilt die DIN-Norm 58 969 Teil 41 ("Serodiagnostik von Infektionskrankheiten - Immunoblot") (Deutsches Institut für Normung, 2000); danach ist eine Serumprobe dann HIV-positiv, wenn sie mit mindestens einem viralen Glykoprotein und einem der anderen HIV-Proteine reagiert. Alle anderen virusspezifischen Bandenmuster werden als fraglich angesehen.

Nachteile des Western-Blots sind sein recht hoher Preis, die relativ aufwendige Durchführung sowie die unvermeidliche Subjektivität bei der Auswertung. Aus diesen Gründen wird in vielen Ländern eine Bestätigungstestung mit Hilfe eines geeigneten Test-Algorithmus (bestehend aus verschiedenen HIV-ELISA oder HIV-Schnelltests mit gut definierter Sensitivität und Spezifität im jeweiligen Untersuchungskollektiv) vorgezogen.

Neben der obligaten Absicherung durch einen Bestätigungstest wie dem Western-Blot bedarf die serologische Diagnose einer HIV-Infektion immer auch einer zweiten, unabhängig gewonnenen Blutprobe des Patienten, um Verwechslungen sicher ausschließen zu können. Wenn irgendwie möglich, sollte der Patient erst dann über die Diagnose informiert werden.

Schnelltests (rapid / simple test device)

Es gibt mittlerweile eine Reihe von HIV-Schnelltests, auch "point-of-care"- oder "bedside"-Tests oder "rapid/simple test devices" genannt. Diese basieren auf einem der vier immundiagnostischen Prinzipien Partikel-Agglutination, Immunodot (Dipstick), Immunofiltration oder Immunchromatographie (Giles 1999, Branson 2000). Meist liegen die Testresultate in einer Viertel- bis einer halben Stunde vor; in vielen Fällen kann Voll- oder Kapillarblut (aus einer Fingerbeere oder dem Ohrläppchen entnommen) verwendet werden, so daß sich das Abzentrifugieren einer durch Venenpunktion gewonnenen venösen Blutprobe erübrigt.

Etliche dieser Schnelltests haben eine "eingebaute" interne Kontrolle, z. B. in Form einer Kontrollbande, die anzeigt, ob das Probenmaterial und gegebenenfalls die Reagenzien richtig zugegeben wurden. Fehlt diese Bande, so darf das Testergebnis nicht akzeptiert werden (wichtig zur Vermeidung falsch-negativer Resultate, wenn etwa irrtümlich die Probe nicht zugegeben oder bis zum Ablesen nicht lange genug gewartet wurde).

Solche Schnelltests können nützlich sein, wenn das Resultat rasch benötigt wird, wie zum Beispiel in der Notaufnahme, vor Notfall-Operationen, nach Nadelstichverletzungen und um die Rate "nicht abgeholter" Testergebnisse zu minimieren (denn: wenn das Ergebnis erst nach einigen Tagen vorliegt, holt sich ein Teil der Getesteten das Resultat erst gar nicht erst ab). Hilfreich sind Schnelltests, die einfach durchführbar sind und nur wenig Material benötigen, auch in Entwicklungsländern, wo nur eine minimale Ausrüstung vorhanden ist (Branson 2003, WHO 2004). Nichtsdestotrotz sollten an solche Tests prinzipiell dieselben Anforderungen gestellt werden wie an ELISA-Suchtests (WHO/UNAIDS 1998). Am besten sollte hierzulande der Schnelltest nur zur ersten Orientierung verwendet werden und die Testung bei nächster Gelegenheit im regulären Routine-Labor wiederholt werden. Problematisch sind bei Schnelltests - neben der Schulung des Durchführenden - oft auch die Aufklärung und wirksame Einwilligung des Patienten. Ein auch von Laien durchführbarer HIV-Test birgt natürlich immer auch die Möglichkeit des Mißbrauchs (Zwangstestung von Gefangenen o.ä.).

Inzwischen haben mehrere HIV-Schnelltests eine Zulassung durch die US-amerikanische Aufsichtsbehörde FDA (Food and Drug Administration): OraQuick® (OraSure Technologies, Pennsylvania, USA), Reveal™ (MedMira Laboratories, Halifax, Nova Scotia), Uni-Gold Recombigen™ HIV Test (Trinity Biotech, Irland) und Murex single use diagnostic system (SUDS). Nach durchaus besorgniserregenden Erfahrungen (mindestens fünf HIV-Infizierte wurden informiert, daß ihr reaktives Schnelltest-Ergebnis falsch-positiv, sie also HIV-negativ seien!) betonten kürzlich die CDC erneut die Notwendigkeit einer adäquaten Bestätigungstestung und gegebenenfalls Verlaufskontrolle vier Wochen später (CDC 2004).

Probenmaterialien

Meistens werden für die HIV-Antikörpertestung Serum oder EDTA-Plasma, gelegentlich auch Vollblut eingesetzt. Alternativ können bei einigen Tests auch Urin oder Mundflüssigkeit (orales Transsudat, "Speichel") verwendet werden (Tamashiro 1994; King 2000). Die FDA hat im März 2004 einen oralen Schnelltest der Firma OraSure Technologies zur Diagnose der HIV-Infektion zugelassen; derselbe Test war schon seit November 2002 als Schnelltest zum HIV-Antikörpernachweis aus Vollblut zugelassen (siehe oben). Den Angaben zufolge ermöglicht er einen Nachweis von Antikörpern gegen HIV-1 oder HIV-2 mit einer Sensitivität von 99,3 % und einer Spezifität von 99,9 %.

Unter bestimmten Bedingungen ermöglichen diese Probenarten überhaupt erst eine Testung (nicht-invasive Probengewinnung). Allerdings sind Sensitivität und Spezifität meistens deutlich geringer. Daher ist, wenn möglich, Blut als Probenmaterial vorzuziehen. In jedem Falle macht ein reaktives Testresultat natürlich eine Bestätigungstestung notwendig.Immunglobuline können auch aus Blutstropfen eluiert ("herausgelöst") werden, die auf Filterpapiere aufgebracht und getrocknet wurden. Die Testung solcher Eluate auf HIV-Antikörper wird beim (anonymen) Bevölkerungsscreening aus den Guthrietest-Proben Neugeborener (deren Antikörperprävalenz die der Mütter widerspiegelt) und in Entwicklungsländern mit unzureichenden Kühl- und Transportmöglichkeiten eingesetzt.

Testleistung

HIV-Antikörpertests zählen mit zu den besten kommerziell verfügbaren immunologischen Tests. Sensitivität (hohe Sensitivität !’ wenige falsch-negative Ergebnisse) und Spezifität (hohe Spezifität !’ wenige falsch-positive Ergebnisse) sind die beiden wichtigsten, für jeden Testtyp individuell zu ermittelnden Parameter. In der Praxis interessieren jedoch weniger die Sensitivität und Spezifität eines Tests als vielmehr sein prädiktiver Wert. Der positive prädiktive Wert (positiver Vorhersagewert) gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der ein Patient mit positivem Testergebnis auch wirklich infiziert ist; und umgekehrt drückt der negative prädiktive Wert (negativer Vorhersagewert) die Wahrscheinlichkeit aus, mit der ein Patient mit negativem Testergebnis auch wirklich nicht infiziert ist. Tabelle 1 erläutert die Zusammenhänge.

 

Tabelle 1: Diagnostische Vierfeldertafel.

    Testergebnis:
    positiv negativ
Infektionsstatus
des Patienten
(Referenztest):
positiv richtig-positiv falsch-negativ
negativ falsch-positiv richtig-negativ

Sensitivität
= Anzahl richtig-positiv / (Anzahl richtig-positiv + Anzahl falsch-negativ)
= Wahrscheinlichkeit eines positiven Testergebnisses, wenn der Patient infiziert ist

Spezifität
= Anzahl richtig-negativ / (Anzahl richtig-negativ + Anzahl falsch-positiv)
= Wahrscheinlichkeit eines negativen Testergebnisses, wenn der Patient nicht infiziert ist

Positiver Vorhersagewert (positiver prädiktiver Wert = PPV)
= Anzahl richtig-positiv / (Anzahl richtig-positiv + Anzahl falsch-positiv)
= Wahrscheinlichkeit, daß ein positiv getesteter Patient auch wirklich infiziert ist

Negativer Vorhersagewert (negativer prädiktiver Wert = NPV)
= Anzahl richtig-negativ / (Anzahl richtig-negativ + Anzahl falsch-negativ)
= Wahrscheinlichkeit, daß ein negativ getesteter Patient wirklich nicht infiziert ist

 

Auch wenn dies auf den ersten Blick vielleicht nicht einleuchtend erscheint, so hängt der prädiktive Wert eines Tests nicht nur von seiner Sensitivität und Spezifität ab, sondern auch von der HIV-Prävalenz (der Vor-Test-Wahrscheinlichkeit, positiv bzw. negativ zu sein) in der getesteten Population. Die Abbildung 1 illustriert diesen Zusammenhang anhand fiktiver Populationen mit HIV-Seroprävalenzen zwischen den Extremen 0,02 % (beispielsweise europäische Blutspender) und 20 % (z. B. sexuell aktive Bevölkerungsgruppen in Hochendemieländern). Man erkennt, daß die überwiegende Mehrzahl der positiven Testergebnisse bei ersteren falsch-positiv sind: Nur 4,8 % der hier positiv Getesteten sind wirklich infiziert! Umgekehrt sind 98 % der positiven Testergebnisse im Hochrisikokollektiv mit einer Durchseuchung von 20 % "echt" (weswegen man laut WHO in Ausnahmefällen hier auf einen Bestätigungstest verzichten kann). Dieses Phänomen führt zu dem oft propagandistisch missbrauchten, aber unvermeidbaren Effekt, daß zum Beispiel in Deutschland (geringe HIV-Prävalenz) tatsächlich nur ein ganz geringer Teil der im Suchtest reaktiven Blutspender tatsächlich infiziert ist. Da jede Suchtest-Reaktivität mittels eines Bestätigungstests überprüft werden muss, bevor der Betroffene informiert wird, sollte dieses Phänomen eigentlich keine größeren Konsequenzen haben (nur wird es leider oft ins Feld geführt, um die vermeintliche Minderwertigkeit der HIV-Tests zu belegen); denn wenn der Western-Blot das reaktive ELISA-Ergebnis nicht bestätigt, so ist der Patient bzw. Blutspender eben nicht HIV-"positiv"!


Abbildung 1: Beispiel für die Abhängigkeit des positiven Vorhersagewertes von der Seroprävalenz in der untersuchten Population. Annahme: Jeweils 10.000 Personen aus Populationen mit Seroprävalenzen von 0,02 % bis zu 20 % werden getestet mithilfe von Antikörpertests A, der eine (hier vorgegebene) Spezifität von 99,6 % aufweist (d. h. es kommt zu 40 falsch-positiven Resultaten auf 10.000 Getestete).

 

Wann testen

Nach einer Infektion dauert es in der Regel drei bis zwölf Wochen, bevor die im Rahmen der Immunantwort des Infizierten gebildeten Antikörper nachweisbar werden. Ein HIV-Test sollte daher nicht zu früh nach einem möglichen Risikokontakt gemacht werden, auch wenn viele Betroffene verständlicherweise darauf drängen. Wichtig ist jedoch z. B. bei beruflicher Exposition ein sofortiger Test zum Nachweis einer inititalen Seronegativität (D-Arzt-Fall)! Bei etwa 5 % der neu Infizierten dauert es sogar länger als zwei Monate, bis Antikörper gebildet werden. In Zweifelsfällen ist daher ein weiterer Test nach sechs Monaten angezeigt.

Die Wahrscheinlichkeit, sich mit HIV infiziert zu haben, ist erhöht, wenn eine der folgenden Fragen bejaht wird:

     

  • Sex ohne Kondom mit jemandem gehabt, der HIV-infiziert ist?

     

     

  • Sexuell übertragbare Erkrankungen wie Chlamydien oder Gonorrhoe in der letzten Zeit gehabt?

     

     

  • Spritzen und/oder Kanülen mit anderen Drogenabhängigen gemeinsam benutzt?

     

     

  • Bluttransfusionen oder Blutgerinnungsfaktoren in den Jahren zwischen 1978 und 1985 erhalten?

     

     

  • Jemals Sex gehabt mit jemandem, der eine der vorstehenden Fragen mit Ja beantworten würde?

Testproblem: Die "diagnostische Lücke"

Ein Problem des HIV-(Antikörper-)Tests ist die so genannte "diagnostische Lücke", auch "diagnostisches Fenster" genannt. Das ist die Zeit, die der Körper benötigt, um nach einer Infektion mit HIV nachweisbare Antikörper zu erzeugen (Busch 1997). Der Umschlag von negativ nach positiv wird "Serokonversion" genannt. Die derzeit verwendeten Suchtests können eine HIV-Infektion sechs Wochen nach Neuinfektion zu etwa 80 % und ab der 12. Woche zu annähernd 100 % erkennen; nur in sehr seltenen Fällen wird eine Infektion erst nach 3 oder gar 6 Monaten erkannt. Bei Suchtests der 4. Generation versucht man das "diagnostische Fenster" zu verkleinern, indem neben HIV-Antikörpern gleichzeitig p24-Antigen nachgewiesen wird (Gürtler 1998, Ly 2001). Diese Tests der 4. Generation sind jedoch nicht ganz unproblematisch, da sie zwar früher positiv werden, sich dann im weiteren Verlauf der Akutinfektion aus methodischen Gründen ein zweites diagnostisches Fenster öffnen kann, innerhalb dessen die Tests wieder negativ werden können (Meier 2001).

Bei beginnender Serokonversion ist der Suchtest zunächst grenzwertig oder nur schwach reaktiv. Beim zur Bestätigung durchgeführten Western-Blot sind zu diesem Zeitpunkt oft noch gar keine Banden nachweisbar oder nur ein unvollständiges Bandenmuster; häufig erscheint die p24-Bande als erste. Die Befundkonstellation in solchen Fällen unterscheidet sich oft nicht von der bei Nicht-Infizierten mit unspezifischer Reaktivität; auch hier kommen nicht selten isolierte p24-Banden vor. Dies führt deutlich vor Augen, wie wichtig es ist, daß dem untersuchenden Labor wesentliche Angaben (z. B. "V. a. Primärinfektion", "Routinescreening" etc.) gemacht werden!

Meistens müssen solche Fälle zunächst offen bleiben, lassen sich aber durch eine Verlaufskontrolle innerhalb kurzer Zeit abschließend klären. Handelt es sich tatsächlich um eine beginnende Serokonversion, dann wird schon wenige Tage später die Seroreaktivität signifikant zugenommen haben, und binnen weniger Wochen wird ein vollständiges Bandenmuster im Western-Blot nachweisbar. Von den individuellen Umständen hängt es auch ab, ob bereits zu Beginn zu einem Virus-Direktnachweis z. B. mittels PCR geraten wird. Vorsicht: Eine medikamentöse Post-Expositions-Prophylaxe kann den Direktnachweis erschweren und eventuell auch eine Serokonversion hinauszögern.

Man kann sich übrigens das allmähliche Zunehmen der Seroreaktivität im Laufe der Serokonversion gezielt zunutze machen: So genannte "desensitised" oder "detuned" Teststrategien dienen der Erfassung der HIV-Inzidenz (d. h. der Neuinfektionsrate - im Gegensatz zur gewöhnlichen Antikörpertestung, die die HIV-Prävalenz erfasst), indem man bewusst empfindliche mit weniger empfindlichen Antikörpertests kombiniert und so ermittelt, welcher Anteil der Positiven erst innerhalb der zurückliegenden Wochen bis Monate neu infiziert wurde (Parekh 2001, Constantine 2003).

Direkter Nachweis von HIV

Eine HIV-Infektion kann außer durch den Nachweis von Antikörpern auch durch den Nachweis von Virus festgestellt werden. Der Virusnachweis ist nur für bestimmte Fragestellungen erforderlich und sollte wegen hoher Kosten nur bei entsprechender Indikation durchgeführt werden.

Die Virusisolierung in Zellkultur bleibt speziellen Fragestellungen vorbehalten, da sie aufwendig und nicht ungefährlich ist und ein Hochsicherheitslabor erfordert. Daneben steht der Nachweis des p24-Antigens von HIV-1 mittels ELISA zur Verfügung. Obwohl der p24-Antigentest für die meisten Fragestellungen mittlerweile durch die empfindlicheren Nukleinsäure-Nachweistests abgelöst wurde, weisen Antikörper-Suchtests der 4. Generation neben HIV-Antikörpern zugleich p24-Antigen nach, in der Hoffnung, hierdurch das diagnostische Fenster zu verkleinern.

Der Nachweis viraler Nukleinsäure (d. h. von Virusgenom) kann mittels verschiedener Verfahren geführt werden. Es werden entweder provirale cDNA in Leukozyten (EDTA-Vollblut einsenden) oder virale RNA im zellfreien Kompartiment (EDTA-Plasma bzw. EDTA-Vollblut einsenden) nachgewiesen.

Die qualitative Testung auf Virusgenom dient als Infektionsmarker. Sie supplementiert oder ersetzt die Antikörper-Diagnostik zum Infektionsnachweis in besonderen Fällen (Verdacht auf frische Primärinfektion: diagnostisches Fenster; Neugeborenes einer infizierten Mutter: maternale Leih-Antikörper - siehe auch weiter unten).

Der quantitative Nachweis von HIV-RNA aus dem Plasma wird verwendet als prognostischer Marker, zur Therapiekontrolle und zur Abschätzung der Infektiosität (Berger 2002). Die empfindlichsten Tests können bis zu 50 Kopien/ml nachweisen.

Für quantitative Tests stehen verschiedene kommerzielle und "in house"-Methoden zur Verfügung. Diese basieren auf der Polymerase-Kettenreaktion (PCR), der branched-DNA (b-DNA)-Methode oder der Nukleinsäure-Sequenz-basierten Amplifikation (NASBA). Sowohl als prognostischer wie auch als therapeutischer Marker ist die Viruslast-Testung mittlerweile aus der Klinik nicht mehr wegzudenken.

Testergebnisse

Falsch positive Ergebnisse sind beim Western-Blot sehr selten. Ein positives Ergebnis im Western-Blot bestätigt daher das Vorliegen einer HIV-Infektion.

Ein positives Testergebnis (d. h. Such- und Bestätigungstest positiv und Verwechslung durch Testung eines zweiten Probe ausgeschlossen) bedeutet, daß die getestete Person

     

  • HIV-infiziert ist (d. h. das Virus hat, das AIDS verursachen kann) - außer bei Neugeborenen (s. unten);

     

     

  • ohne Vorsichtsmaßnahmen (siehe Abschnitt "Übertragungswege") andere Menschen mit HIV infizieren kann.

Ein positives Testergebnis bedeutet NICHT, daß die getestete Person

     

  • AIDS hat;

     

     

  • notwendigerweise an AIDS erkranken wird.

Ein negatives Testergebnis bedeutet:

     

  • HIV-Antikörper wurden im Blut der getesteten Person zum Testzeitpunkt nicht nachgewiesen.

Ein negatives Testergebnis bedeutet NICHT, daß:

     

  • die Person nicht mit HIV infiziert ist (der Test könnte theoretisch in der Zeit der "diagnostischen Lücke" gemacht worden sein);

     

     

  • die Testperson immun oder resistent gegen HIV ist;

     

     

  • die Testperson auf Safer Sex verzichten kann.

Jenseits der "diagnostischen Lücke", also später als 6 Monate nach einer möglichen HIV-Exposition, ist ein ELISA-Test nur sehr selten "falsch negativ". In diesen Fällen bedeutet ein negativer Test also, daß die Person nicht mit HIV infiziert ist - immer unter der Annahme freilich, daß in der Zwischenzeit kein weiterer Risikokontakt stattgefunden hat.

Ein seltenes "uneindeutiges" Ergebnis im Bestätigungstest bedeutet:

     

  • Der Test hat kein eindeutiges Ergebnis geliefert. Konsequenz: kurzfristige Wiederholung des Tests. Insbesondere bei entsprechender klinischer Symptomatik (Fieber, Lymphknotenschwellung, Ausschlag, neurologische Symptome) besteht hier der Verdacht auf eine akute HIV-Infektion, bei der die Serokonversion gerade erst begonnen hat, erste Antikörper damit zwar nachweisbar sind, die vollständige Bandbreite der Antikörper aber noch nicht vorhanden ist. Allerdings folgt die Serokonversion bestimmten Mustern. So sind einige Banden im Western-Blot früh positiv (zum Beispiel p24 oder gp120), bei anderen dauert es etwas länger.

     

     

  • Bei uneindeutigem Western-Blot und klinischem und/oder anamnestischem Verdacht auf eine akute Primärinfektion sollte möglichst sofort ein Virus-Direktnachweis mittels PCR versucht werden, um eine akute HIV-Infektion rechtzeitig zu erkennen (siehe dazu auch das Kapitel "Akute HIV-Infektion") und eventuell behandeln zu können. Je früher, desto besser!

Cave: Wenn bei Verdacht auf eine frische Primärinfektion für den Virusnachweis (wegen seiner leichteren Verfügbarkeit) ein quantitativer HIV-RNA-Test aus dem Plasma verwendet wird, so muss bedacht werden, daß auch hiermit gelegentlich falsch positive Resultate erzielt werden (besonders bei der b-DNA) (Rich 1999). Dabei handelt es sich um methodenbedingte, niedrige (falsch positive) Viruslastwerte, wie sie bei einer akuten Infektion (mit normalerweise sehr hoher Viruslast) unwahrscheinlich sind. Achtet man hierauf nicht, so wird die Diagnose fälschlicherweise auf "infiziert" lauten, mit möglicherweise schlimmen Folgen. Vermeiden lässt sich dieses Phänomen (eine einwandfreie Durchführung und Qualitätskontrolle im Labor immer vorausgesetzt), wenn man einen (allerdings nur von relativ wenigen Labors angebotenen) Test auf provirale cDNA in der Leukozyten-Fraktion durchführt.

Sonderfall Neugeborene von HIV-infizierten Müttern

Glücklicherweise liegt heute das Mutter-Kind-Übertragungsrisiko (siehe Kapitel HIV und Schwangerschaft) in Industrieländern im unteren einstelligen Prozentbereich. Dennoch ist eine HIV-Diagnostik bei allen exponierten Neugeborenen essentiell!

Bei Neugeborenen von HIV-infizierten Müttern sind normalerweise bis zum Alter von etwa 12 - 15 Monaten HIV-Antikörper nachweisbar. Dabei handelt es sich um mütterliche "Leih-Antikörper", die etwa ab der 30. Schwangerschaftswoche transplazentar auf das Ungeborene übertragen werden. Diese maternalen IgG-Antikörper bewirken physiologischerweise den sogenannten Nestschutz, sind aber im Falle von HIV ohne protektive Wirkung. Dies bedeutet aber, daß bis zur vollständigen Elimination der mütterlichen Antikörper alle Kinder HIV-positiver Mütter, d. h. auch die nicht infizierten, zunächst positive Antikörpertests mit einer im Laufe der Zeit abnehmenden Reaktivität aufweisen.

Früher musste man daher ein signifikantes Absinken der kindlichen HIV-Antikörperspiegel abwarten; erst die Testung weiterer Blutproben, die im weiteren Verlauf entnommen wurden, konnte - oft erst nach einem dreiviertel Jahr oder länger - eine kindliche Infektion sicher ausschließen (Newell 1995). Persistieren HIV-Antikörper bei einem exponierten Kind über das Alter von 15 Monaten hinaus, liegt eine HIV-Infektion vor.

Heutzutage ermöglicht die PCR eine raschere Diagnostik. Die Deutsch-Österreichischen Empfehlungen zur HIV-Therapie in der Schwangerschaft vom Mai 2003 (s. Internetadressen) empfehlen, eine kindliche HIV-Infektion direkt durch den Virusnachweis zu diagnostizieren. Es ist bislang nicht geklärt, ob der Nachweis von proviraler (intrazellulärer) HIV-cDNA (aus Leukozyten) oder von (extrazellulärer) HIV-RNA (aus dem Blutplasma) empfindlicher ist. Auf alle Fälle müssen alle positiven Testergebnisse möglichst umgehend aus einer weiteren Probe bestätigt werden.

Wichtig: Viele Methoden zum HIV-Nukleinsäure-Nachweis können bei "exotischen" (d. h. non-Subtyp-B) HIV-Subtypen (wie auch bei HIV-2) versagen und ein falsch-negatives Resultat liefern (Haas 1996). Um das auszuschließen, sollte gegebenenfalls sicherheitshalber immer auch eine mütterliche Probe getestet werden - z. B. wenn die Mutter oder ihre Infektionsquelle nicht aus Europa stammt. Ist die Mutter (vor Therapiebeginn!) PCR-positiv, kann ein negatives Testresultat des Kindes verwertet werden; ansonsten muss entweder in einem Speziallabor eine geeignete Methode gewählt oder notfalls auf die Antikörper-Diagnostik (s. o.) zurückgegriffen werden. Bezüglich quantitativer RNA-Nachweismethoden gilt das bereits oben Angeführte zu fälschlicherweise niedrig-positiven Resultaten!

Bei exponierten Kindern werden zum Ausschluss einer HIV-Infektion mindestens zwei negative HIV-PCR-Befunde gefordert: der erste zwischen dem 1. und 4. Lebensmonat, der zweite nach dem 4. Lebensmonat, wegen der erst dann ausreichend hohen Aussagekraft (Rossi 1992). Zusätzlich sollte schon im 1. Lebensmonat (aber erst einige Tage nach der Geburt, nicht vorher, da man eine Kontamination mit mütterlichem Virus fürchtet) eine PCR gemacht werden, da eine möglichst frühe Diagnose der kindlichen Infektion wegen der Pneumocystis-Prophylaxe und der antiretroviralen Frühtherapie in den ersten Lebensmonaten von Bedeutung ist. Ist bereits diese erste Probe positiv, muss man von einer intrauterinen Infektion ausgehen (seltener); kam es zu einer perinatalen Infektion unter der Geburt (häufigstes Szenario), dann lässt sich Virus erst in den späteren Proben nachweisen. Cave: Stillen bedeutet eine signifikante Übertragungsgefahr; das hier Gesagte gilt nur, wenn eine postnatale Infektionsmöglichkeit ausgeschlossen ist.

Auch bei negativen HIV-PCR-Befunden soll das Verschwinden der mütterlichen Antikörper bei HIV-1-exponierten Kindern mindestens einmal dokumentiert werden.

Sonderfall Nadelstichverletzung oder andere berufliche HIV-Exposition

Hierbei gilt es zwei Dinge zu behandeln: zum einen die Testung des Indexpatienten (von dem die potentielle Ansteckungsgefahr ausgeht), zum anderen die des Exponierten. Die Vorgaben der Berufsgenossenschaft müssen natürlich befolgt werden, schon aus haftungsrechtlichen Gründen.

Ist der Indexpatient bekannt, sollte er - nach entsprechender Aufklärung und Einwilligung; am besten sollte unverzüglich ein Dienstvorgesetzter des Verletzten hinzugezogen werden! - auf HBsAg, HCV-Antikörper und HIV-Antikörper getestet werden. Je nach den Umständen (z. B. Wochenende) sollte man die Verwendung eines Schnelltests erwägen (s. o.). Oft muss eine erste, vorläufige Entscheidung gefällt werden, noch bevor das Testergebnis des Indexpatienten vorliegt; denn jede Verzögerung des Beginnes einer medikamentösen HIV-Postexpositionsprophylaxe (HIV-PEP) vermindert ihre Erfolgschancen (CDC 2001). Deswegen: Im Zweifelsfall lieber eine oder zwei Dosen HIV-PEP einnehmen und die Prophylaxe nach Eintreffen des negativen Testergebnisses absetzen, als erst beim Eintreffen eines positiven Testergebnisses damit beginnen!

Ist der Indexpatient seronegativ, ist die Möglichkeit, daß er sich - ohne klinische Anhaltspunkte für ein akutes retrovirales Syndrom - in der "diagnostischen Lücke" befindet, verschwindend gering. Von der Verwendung einer Methode zum direkten Virusnachweis (zum Ausschluss einer frischen Primärinfektion vor Serokonversion) ist daher im Normalfall abzuraten! Bei unbekanntem Indexpatienten sollte die epidemiologische Situation berücksichtigt werden. Wichtig: Von einer Testung benutzter Injektionsnadeln etc. auf HIV-Antikörper oder HIV-Genom sollte Abstand genommen werden; hier stehen Aufwand, Kosten und vor allem die verbleibende Unsicherheit (wegen der stets fraglichen Aussagekraft des Ergebnisses) in keinem Verhältnis zum äußerst geringen Infektionsrisiko bei diesem sehr instabilen und wenig umweltresistenten Erreger.

Ist der Indexpatient HIV-positiv, müssen alle zur Verfügung stehenden Informationen (u. a. aktuelle Viruslast, Ergebnisse von Resistenztestungen etc.) in die Entscheidung über die Art der HIV-PEP einfließen (siehe auch das entsprechende Kapitel).

Bei HIV-positivem Indexpatienten soll der Verletzte unverzüglich mittels eines Routine-Screeningtests auf HIV-Antikörper getestet werden. Der Nachweis einer initialen Seronegativität ist rechtlich wichtig zum Durchsetzen einer Entschädigung bzw. Versorgung im Infektionsfall! Weitere Kontrollen werden 6 Wochen, 3 Monate und noch einmal 6 Monate nach Exposition empfohlen (Ciesielski, 1997). Ist der Indexpatient HIV- und HCV-infiziert, wird ein weiterer Follow-up-Test des Verletzten nach 12 Monaten empfohlen; dieser ist sonst optional (Ridzon 1997). Außerdem sollte zu jedem Zeitpunkt ein HIV-Test (dann eventuell auch Virusdirektnachweis) durchgeführt werden, wenn der Verdacht auf ein akutes retrovirales Syndrom besteht.

Meldepflicht

Nach § 7 Absatz 3 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) (s. Internetadressen) gilt eine nicht-namentliche Meldepflicht für den direkten oder indirekten (d. h. über Antikörper) Nachweis von HIV. Dieser muss innerhalb von zwei Wochen nicht an das örtliche Gesundheitsamt, sondern mittels eines speziellen Formblattes direkt an das Robert-Koch-Institut in Berlin geschickt werden.

Zur Meldung verpflichtet ist das Labor, das den positiven Test durchgeführt hat. Die zu übermittelnden Datensätze sollen einerseits eine wirksame Anonymisierung gewährleisten, andererseits sollen Doppelmeldungen vermieden und wesentliche epidemiologische Daten erfasst werden. Übermittelt wird nicht der Name des HIV-Positiven, sondern eine fallbezogene Verschlüsselung sowie Geschlecht, Monat und Jahr der Geburt, die ersten drei Ziffern der Postleitzahl der Hauptwohnung, Details der Testung, der wahrscheinliche Infektionsweg oder das wahrscheinliche Infektionsrisiko und das Land, in dem die Infektion wahrscheinlich erworben wurde.

Testkosten

Alle Ärzte sind berechtigt, HIV-Tests durchzuführen, und die Kosten werden bei entsprechender Indikationsstellung (typische Beschwerden, Symptome, hinreichender Verdacht) meist von der Krankenversicherung getragen. In Praxen und Kliniken ist der Test nicht anonym; das Personal, das Test und Ergebnis dokumentiert, unterliegt jedoch der beruflichen Schweigepflicht (Voß 2000).

Gesundheitsämter führen HIV-Tests anonym und kostenlos durch, übernehmen aber keine weitergehende medizinische Betreuung oder Behandlung.

Was ist in der Praxis zu beachten?

Bei jedem Test auf HIV sind verschiedene wichtige Gesichtspunkte zu beachten. Leider wird hier immer noch gelegentlich fahrlässig und gedankenlos gehandelt.

Man sollte wissen:

Ein positives Testergebnis hat, allen therapeutischen Fortschritten zum Trotz, noch immer erhebliche seelische Konsequenzen für den Betroffenen! Die Bedeutung eines positiven Testergebnisses kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Jeder Patient muss deshalb informiert sein, daß er auf HIV getestet wird! Und zwar vorher! Ein "Routine-Test vor OP", wie er leider immer noch gelegentlich praktiziert wird, kann, wenn er denn unvermuteterweise positiv ausfällt, für den Behandler nicht nur unangenehme, sondern auch erhebliche gerichtliche Konsequenzen haben. Es muss nicht unbedingt ein schriftliches Einverständnis vorliegen, allerdings ist das Einverständnis des Patienten in der Kurve oder Akte durch den Arzt zu notieren. Bei Kindern oder Patienten, die unmündig sind oder ihr Einverständnis nicht geben können, müssen Eltern oder Sorgeberechtigte informiert werden.

Ergebnisse von HIV-Tests sollten möglichst nur von Ärzten mitgeteilt werden, die sich entweder mit HIV auskennen oder wissen, wohin sie kurzfristig Patienten mit einer frischen HIV-Diagnose schicken können - Menschen, die mit HIV neu konfrontiert werden, brauchen intensive Unterstützung, und zwar zügig! Auch hier kommt es immer wieder vor, daß Hausärzte den Patienten den Test mitteilen, vielleicht noch veraltete Informationen mit auf den Weg geben und oft Wochen, manchmal Monate vergehen, bis in einer Schwerpunktpraxis das erste wirkliche, kompetente Gespräch über die Infektion geführt wird.

Das positive Ergebnis eines HIV-Tests sollte niemals am Telefon mitgeteilt werden. Erstens ist hier keine suffiziente Beratung möglich und zweitens kann die Reaktion des Patienten nicht vernünftig eingeschätzt werden - nicht selten entwickeln die Betroffenen Suizidgedanken. Gelegentlich wird sehr irrational und emotional reagiert, so daß ein langes Gespräch notwendig ist. Die Reaktion des Betroffenen ist nicht voraussehbar. Man sollte daher, wenn irgend möglich, einen Wiedervorstellungstermin und kein Telefonat vereinbaren (bei negativem Ergebnis kann man den Patienten dann immer noch anrufen...).

Aus den genannten Gründen ist ein Schnelltest zur Selbstuntersuchung für jedermann extrem problematisch. Sogenannte "point-of-care"- oder "bedside"-Tests können in bestimmten Situationen, z. B. in der Notfallaufnahme, sehr nützlich sein, bergen aber ebenfalls die Gefahr einer unsachgemäßen Verwendung ohne entsprechende Aufklärung, Beratung und Betreuung des Patienten.

Ein reaktives Suchtest-Ergebnis allein darf dem Patienten auf keinen Fall mitgeteilt werden. Da es zahlreiche Störfaktoren gibt, die einen Screening-Test falsch positiv werden lassen, muss immer der Bestätigungstest abgewartet werden. Wenn hier das Bandenmuster im Western-Blot nicht vollständig ist, handelt es sich möglicherweise um eine Serokonversion oder um eine Fehldiagnose. Solche Tests sollten immer mit dem Labor und mit einem erfahrenen HIV-Arzt besprochen werden - bevor der Patient informiert wird. Wir haben es erlebt, das Betroffene tagelang in dem Glauben gelassen wurden, sie wären HIV-infiziert - weil ein ELISA-Test kreuzreagierte.

Aber auch bei einer im Western-Blot bestätigten HIV-Seropositivität gilt der Satz (der in unserem Labor unter jedem Erstbefund steht): "Der Nachweis von HIV-spezifischen Antikörpern bedeutet nicht, daß der Patient an AIDS erkrankt ist. Jedes positive Ergebnis muss in einer zweiten, unabhängig gewonnenen Blutprobe bestätigt und der Patient sollte erst dann informiert werden!"

Man sollte bei jedem HIV-Test wissen, warum man den Test macht. Ein schwieriges Problem ist das gar nicht so seltene Phänomen der AIDS-Phobiker - Menschen, die ebenso fest wie fälschlich überzeugt sind, sie seien HIV-infiziert, fast immer ohne jegliches HIV-Risiko. Oft werden hier in sehr engen Abständen und bei verschiedenen Ärzten wahllos HIV-Tests, mitunter auch teure PCR-Tests gemacht. Solche Menschen (die oft auch Wahnvorstellungen hegen, man würde ihnen das positive Testergebnis vorenthalten) brauchen psychologische und evtl. psychiatrische Hilfe.

 

AIDS und HIV-Infektion

zurück/back

Vorbeugen

Folgende Verhaltensmaßregeln helfen, die Gefahr einer HIV-Ansteckung und somit des AIDS verschwindend gering zu erhalten:

  • Bei länger planbaren Operationen möglichst Eigenblut verwenden. Dadurch ist eine Infektion zu 100 % (auch mit anderen Erregern) ausgeschlossen.
  • In Entwicklungsländern möglichst jede medizinische Versorgung, die mit Blut oder dem Einsatz von Spritzen u.Ä. zusammenhängt, vermeiden. Wenn möglich, sollte man die Behandlung erst zu Hause vornehmen lassen.
  • Fixer sollten Einmalspritzen verwenden. Diese werden in jeder größeren Stadt kostenlos ausgegeben.
  • Im Alltag sollte man es möglichst vermeiden, Rasierklingen, Zahnbürsten o.Ä. mit mehreren Personen zu teilen.
  • Mutter-Kind
    • Das Übertragungsrisiko einer Infektion von einer HIV-positiven Mutter auf das Kind lässt sich durch einen Kaiserschnitt und die Vermeidung des Stillens reduzieren.
  • In der Sexualität
    • Safer Sex: Praktiken, bei denen Blut, Sperma, oder Vaginalsekret auf Schleimhäute oder verletzte/erkrankte Haut gelangen kann, vermeiden. Deshalb beim Geschlechtsverkehr immer Kondome verwenden, bei oralem Verkehr kein Sperma in den Mund gelangen lassen.
    • Vermeidung/Reduktion von Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern
    • Eine "monogame" Beziehung bietet KEINEN zuverlässigen Infektionsschutz. Aus Angst vor Beziehungsproblemen verheimlichen viele Menschen ihrem Partner einen Seitensprung. Experten sprechen hier vom "Risikofaktor Liebe".

 

Wie entsteht HIV/Aids?

zurück/back

Normalerweise greifen weiße Blutkörperchen und Antikörper fremde Organismen, die in den Körper eingedrungen sind, an und zerstören sie. Die Immunantwort wird von bestimmten weißen Blutkörperchen, den T-Helfer Zellen (CD4 Lymphozyten) koordiniert. Diese CD4 Lymphozyten sind das Hauptangriffsziel der HI-Viren. Sie docken an den Zellen an und werden in die Zelle geschleust. In der Zelle integrieren die Viren ihr eigenes Erbgut in das Erbgut der Wirtszelle und benutzen sie zur Vermehrung.

Nach einiger Zeit zerstören die neu produzierten Viren die Wirtszelle und werden ins Blut freigesetzt. Sofort suchen sie einen neuen CD4 Lymphozyten und der Vermehrungsprozess startet von Neuem. So werden täglich mehr als zehn Milliarden neuer HI-Viren produziert. Um diesen Prozess zu stoppen, bildet der Körper täglich etwa zwei Milliarden neuer CD4 Lymphozyten. In den allermeisten Fällen gewinnen jedoch die Vieren diesen Kampf und die Zahl der CD4 Lymphozyten sinkt kontinuierlich. Dadurch entsteht eine schwere Immunschwäche und der Körper ist nicht mehr fähig, eingedrungene Erreger zu bekämpfen.

 

Safer Sex

zurück/back

Safer Sex ist die einzige wirksame Methode, um beim Sex eine Infektion mit HIV sowie mit vielen der anderen sexuell übertragbaren Krankheiten zu vermeiden.

Safer Sex heißt, sich stets so zu verhalten, dass eigene Samenflüssigkeit, Scheidenflüssigkeit, Blut oder Blutspuren nicht in den Körper der Partnerin oder des Partners gelangen, und dass umgekehrt solche Körperflüssigkeiten nicht in den eigenen Körper gelangen. Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet sinngemäß "geschützter Sex".

Sie können Schutz beim Sex dadurch erreichen, dass Sie

  • beim Sex nicht in den Körper des Partners oder der Partnerin eindringen,
  • bzw. bei eindringendem Sex Kondome benutzen,
  • und Samen- oder Scheidenflüssigkeit nicht in den Mund aufnehmen
  • bzw. beim Mundverkehr Kondome oder "Lecktücher" benutzen.

Dies gilt ganz allgemein für den Schutz vor Ansteckung.
Wie Sie sich bei den einzelnen Sexualpraktiken oder Ihren speziellen Vorlieben beim Sex schützen können, können Sie aus diesen Grundregeln ableiten (wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich am besten persönlich beraten). Auch bei anderen als sexuellen Kontakten, etwa bei der Ersten Hilfe oder (bei Drogenkonsumenten) beim gemeinsamen Benutzen von Spritzbestecken heißt Schutz vor HIV, dass Sie das Eindringen von fremder Samenflüssigkeit, Scheidenflüssigkeit, Blut oder Blutspuren in den eigenen Körper vermeiden.

The Red Ribbon

 

zurück/back
The Red Ribbon

Schleifen und Bänder haben im angloamerikanischen Raum seit jeher die Bedeutung des Erinnerns. Vor einem Abschied auf unbestimmte Zeit knüpften Mädchen ihrem Liebsten, oder umgekehrt, in ihrer Lieblingsfarbe Bänder ins Haar oder aufs Gewand - als Zeichen der Erinnerung. Die Roten Schleifen erinnern an Aids.

Tragen Sie die Rote Schleife sichtbar an Ihrer Kleidung als Ausdruck Ihres Mitgefühls für alle, die mit der HIV-Infektion und der Erkrankung an Aids leben müssen. Darüber hinaus erinnern Sie damit an die Notwendigkeit, sich selbst und andere vor Aids zu schützen.

Red Ribbons können Sie per E-Mail bei der Aids & Child a.s.b.l. beziehen. Der Erlös kommt ausschließlich HIV-positiven oder an Aids erkrankten Kindern zugute.

 

Historique de la lutte contre HIV/Sida
zurück/back

au Grand-Duché de Luxembourg

Le premier cas de HIV diagnostiqué rétrospectivement au G.-D. de Luxembourg se rapporte à l’année 1983.

La même année fut lancée une campagne d’information ciblant ce que l’on considérait alors être les groupes les plus exposés : homosexuels,

toxicomanes et prostitué(e)s.

En 1984 fut institué par voie d’arrêté ministériel le Comité de surveillance du Sida qui publie la même année une première brochure présentant l’état

des connaissances d’alors et destinée aux professionnels de santé. Par la suite le groupe cible fut élargi à tous les professionnels susceptibles

d’entrer en contact avec le sang.

En 1985, dés la disponibilité d’un test de dépistage commercial, fut instauré le contrôle obligatoire de tous les dons de sang effectués sur le territoire

national.

En 1986 on dénombrait un nombre de 38 cas de nouvelles infections HIV au Grand-Duché de Luxembourg.

La même année l’a.s.b.l. « Recherche sur le Sida » voit le jour.

Entre 1986 et 1987 une centaine de conférences furent organisées par le Comité de surveillance du Sida ciblant la population générale, les

professionnels, les jeunes et les milieux scolaires. Parallèlement un grand nombre d’interviews et d’émissions radio furent transmis sur les stations

nationales.

En 1987, le gouvernement luxembourgeois a débloqué les fonds nécessaires à l’organisation d’une vaste campagne d’information multimédia.

Parallèlement un service de documentation et de prêt de matériel informatif et pédagogique a été établi à l’usage des enseignants au sein du

Ministère de la Santé. La première évaluation de la campagne par l’ILRES, a relevé un taux de pénétration de la population très élevé mais qu’il

s’agissait de continuer les efforts.

En 1988 fut présenté le premier « Programme national de lutte contre le Sida et la toxicomanie », par le Ministère de la Santé. Le plan reposait sur

les quatre piliers suivants :

1. Information et Education 2. Dépistage, recherche et traitement 3. Encadrement psychologique et social 4. Sida et toxicomanie

La même année fut créée « L’Aidsberodung » de la Croix-Rouge avec comme objectifs :

• de fournir aux personnes vivant avec le HIV/Sida et à leur entourage une palette de soutien émotionnel, psychosocial et pratique,

• de lutter contre la propagation du virus HIV en initiant des campagnes de prévention en direction de groupes spécifiques

(jeunes, prostitué(e)s, migrants, hommes homosexuels etc.).

Et enfin, ce fut l’année de la création de la fondation « Recherche sur le Sida » sous la présidence d’honneur de S.A.R. la Grande Duchesse héritière

Maria Teresa. Le but de la Fondation est de favoriser la recherche au Luxembourg. La Fondation est reconnue par l'Etat comme établissement

d'utilité publique.

Le programme de substitution par la méthadone a été mis en place en 1989 sous la coordination du Ministère de la Santé et de la Fondation

« Jugend an Drogenhëllef » (JDH). La même année la JDH débute ses activités bas-seuil à Esch-sur-Alzette dans le cadre du programme Drogues

et Sida.

En 1989 le « Laboratoire de rétrovirologie » , initié par le CHL et le LNS, fut créé par décision gouvernementale. Le Laboratoire a débuté ses

activités en 1991. Il est intégré au sein du CRP-Santé et était géré par les membres du Service National des Maladies Infectieuses du CHL et du

LNS.

En 1990 fut conclue une convention ASFT entre le Ministère de la Santé et l’AIDSBERODUNG de la Croix Rouge, qui ouvre le premier foyer pour

personnes vivant avec le HIV/Sida, appelé « Foyer Patton ».

En 1992 fut créée l’a.s.b.l. « STOP AIDS NOW » composée de bénévoles qui soutiennent le travail et les activités de l’Aidsberodung.

En 1993 fut lancé le « Programme national d’échange de seringues » destiné aux personnes toxicomanes par le Ministère de la Santé. Cette

initiative était en partie destinée à endiguer la propagation du HIV parmi la population d’usagers de drogues. A préciser que les seringues ont

toujours été en vente libre au Luxembourg. Le programme a atteint son objectif dans la mesure où il a contribué à réduire de 22% en 1993 à 5% en

2004 la proportion de personnes qui se sont infectées au HIV par voie d’injection intraveineuse de drogues.

Fut créé en 1993 le projet dénommé initialement "Camionnette - SZENE KONTAKT " (CNDS a.s.b.l.) en tant que dispositif d’intervention mobile,

placé aux environs de la gare ferroviaire de Luxembourg Ville. Dans une optique de réduction des risques associés à la consommation intraveineuse

de drogues, un service plus spécialisé fut ensuite mis en place par l’équipe pluridisciplinaire du projet.

Au cours de l’année 1995 a été mené le projet de prévention HIV et vaccination hépatite B chez les prostitué(e)s de rue par l’Aidsberodung de la

Croix-Rouge Luxembourgeoise.

En 1996 le Comité de surveillance du Sida soumet les propositions d’un deuxième plan d’action pluriannuel Sida au ministre de la Santé.

En 1997 fut lancé le projet « Roundabout Aids » qui se conçoit comme un programme de prévention mobile dynamique et interactif sur le Sida,

l’amour et la sexualité et s’adresse principalement aux jeunes.

En 1998 furent publiés les résultats de l’étude « TESTQUEST » portant sur un échantillon représentatif de personnes qui se sont soumis

volontairement à un test de dépistage Sida

En 1999 furent clôturés les travaux d’agrandissement du Foyer Patton qui reçoit alors le nom de « Foyer Henry Dunant ».

En 2001 fut créée l’a.s.b.l. « AIDS AND CHILD » qui oeuvre dans l’intérêt des enfants atteints du HIV/Sida et de leurs parents.

Créée en 2002, l'a.s.b.l. AIDSAFE a comme objectif de sensibiliser la population à la problématique du Sida, d'aider et d'appuyer le Laboratoire de

Rétrovirologie, STOP AIDS NOW a.s.b.l et l’AIDSBERODUNG - CROIX ROUGE.

En 2003 est inaugurée une annexe supplémentaire du Foyer Henry Dunant, qui dispose dès lors d’une capacité de 16 chambres pouvant accueillir

une vingtaine de personnes.

En 2004, face à la recrudescence de l’épidémie du HIV, le Ministre de la Santé charge le Comité de Surveillance du Sida de faire une analyse des

besoins en vue de l’élaboration d’une nouvelle Stratégie et plan d’action en matière de lutte contre le Sida pour la période de 2006 à 2010. Le

Comité met en place une « task force » afin de mener à bien cette tâche.

La Présidence luxembourgeoise du Conseil de l’UE a porté le thème du Sida au plus haut niveau politique lors du sommet des chefs d’état qui a eu

lieu en juin 2005.

En juillet 2005 la première « Salle de consommation de drogues » a ouvert ses portes à Luxembourg-Ville selon un concept élaboré par le Ministère

de la Santé. La salle de consommation constitue une aide à la survie et contribue à réduire les risques et dommages liés à la consommation de

drogues illégales dont notamment la transmission du HIV par injection intraveineuse.

Source: Ministère de la Santé (2006). Stratégie et plan d’action en matière de lutte contre le HIV/Sida 2006 –2010, p.11-13.

http://www.ms.etat.lu

 

 




 
Tel/Fax:
Tel: (+352) 621 360 577
Fax: (+352)
n/v
Adresse:
Aids & Child a.s.b.l
c/o Cinarelli Adrien
42, route de Mondorf
L-3260 Bettembourg <
 
Vereins-Sitz:
Aids & Child a.s.b.l
42, route de Mondorf
L-3260 Bettembourg


creatX idea factory © 2008