Das
Wissen um eine HIV-Infektion ist Voraussetzung, um die neuesten
Therapiemöglichkeiten optimal nutzen zu können. Deshalb wird empfohlen,
sich nach einer Risikosituation beraten und auf HIV testen zu lassen.
Im Gegensatz zu früher hat der HIV-Test heute eine große therapeutische
Relevanz: Ein rechtzeitiger HAART-Beginn kann das Leben entscheidend
verlängern. Deshalb ist es in den letzten Jahren zu einem Bewusstseinswandel
gekommen: Wurde früher ein HIV-Test in erster Linie als schwerwiegender
Eingriff in die Rechte des Betroffenen betrachtet, steht der Behandler
in der HAART-Ära geradezu in der Pflicht, durch notfalls nachdrückliches
Zuraten zu einem HIV-Test dem Patienten die Möglichkeiten der HAART
zu eröffnen. Ein HIV-Test kann auch im Interesse Dritter wichtig
sein; Beispiele sind die Testung eines Indexpatienten nach Nadelstichverletzungen
sowie das Screening schwangerer Frauen.
Beim
Vorliegen einer typischerweise mit HIV assoziierten Erkrankung liefert
die Diagnose bzw. der Ausschluss einer HIV-Infektion wichtige Hinweise
für das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen. Meist
geht es um die Feststellung einer etablierten, d. h. schon längere
Zeit (oft Jahre) bestehenden HIV-Infektion. Sonderfälle sind der
Verdacht auf eine akute Primärinfektion oder eine vertikal übertragene
Infektion, denn hier müssen besondere Teststrategien verwendet werden
(s. u.).
Neben
der Individualdiagnostik werden HIV-Tests in großer Zahl bei Spendern
von Blut und Blutprodukten zur Gewährleistung der Infektionssicherheit
verwendet; ferner bei Transplantatorganen sowie (oft anonymisiert)
zur epidemiologischen Überwachung (UNAIDS, 1997a und 2001).
Die
Diagnose einer HIV-Infektion wird in der Regel indirekt, d. h. über
den Nachweis virusspezifischer Antikörper gestellt (Gürtler 1996).
Diese sind bei praktisch 100 % der HIV-Infizierten nachweisbar
und Marker der humoralen Immunreaktion auf den Erreger. Im Gegensatz
zu vielen anderen Viren kommt den Antikörpern bei HIV keine immunprotektive
Wirkung im Sinne einer Immunität zu. Ihr Nachweis ist aber gleichbedeutend
mit einer chronisch-aktiven HIV-Infektion.
Neben
der indirekten Diagnose durch Antikörpernachweis ist auch die direkte
Diagnose möglich: entweder durch den Nachweis des infektionsfähigen
Virus (mittels Zellkultur - nur in Labors der biologischen Sicherheitsstufe
3 möglich), der viralen Antigene (p24-Antigen-ELISA) oder der viralen
Nukleinsäure (Virusgenom, Sammelbezeichnung NAT = nucleic acid testing).
Am häufigsten wird heute der virale Genomnachweis eingesetzt, da
dieser kein Hochsicherheitslabor erfordert, empfindlicher ist als
der Antigennachweis und eine Quantifizierung ermöglicht.
Um
den Infektionsstatus festzustellen, ist der direkte Virusnachweis
nur in Ausnahmefällen sinnvoll, beispielsweise bei Verdacht auf
eine frische Primärinfektion oder bei Babies HIV-infizierter Mütter
(Details s. u.).
Neben
qualitativen (ja/nein-Aussage) haben quantitative Tests zum Virusnachweis
eine immer größere Bedeutung. Die Bestimmung der Konzentration viraler
RNA im Plasma, die sogenannte "Viruslast"-Bestimmung, ist zu einem
unentbehrlichen Hilfsmittel zur Steuerung der antiretroviralen Therapie
geworden.
Spricht
man vom "HIV-Test" (gelegentlich auch noch vom "AIDS-Test"), so
ist jedoch fast immer der Test auf HIV-spezifische Antikörper als
Infektionsmarker gemeint.
Die
Testung auf HIV-Antikörper erfordert grundsätzlich mindestens zwei
unterschiedliche Tests:
1.
Suchtest
und
2.
Bestätigungstest.
Die
meisten Suchtests basieren auf dem Prinzip des ELISA (Enzyme Linked
Immuno Sorbent Assay) oder anderer, verwandter Testformate (UNAIDS,
1997b). Suchtests müssen äußerst empfindlich (sensitiv) sein, um
die Wahrscheinlichkeit falsch-negativer Ergebnisse gering zu halten.
Das bedeutet, sie müssen auch Antikörper geringer Aktivität erfassen,
wie sie z. B. früh nach einer Primärinfektion vorkommen. Auch
müssen Antikörper gegen alle in Frage kommenden HIV-Typen (HIV-1,
HIV-2) und -subtypen (HIV-1-N, HIV-1-O, HIV-1-M) detektiert werden
(UNAIDS/WHO, 1992 und 1997).
Wenn
das Ergebnis eines solchen Suchtests positiv ist, muss es anschließend
durch mindestens einen Bestätigungstest abgesichert werden. Hierfür
ist in Deutschland (wie auch in den USA) ein so genannter Western-Blot
oder ein Immunfluoreszenz-Test (IFT oder IFA) vorgeschrieben. In
anderen Ländern (z. B. Großbritannien) kann eine Bestätigung
auch durch die Verwendung mehrerer verschiedener Tests in definierter
Abfolge in Form eines Algorithmus erfolgen, was dem Western-Blot
keineswegs unterlegen ist (Tamashiro 1993).
ELISA-Suchtest
Viele
kommerzielle ELISA-Tests werden in Form von 96-Loch-Mikrotiterplatten
angeboten. Durch die so mögliche Automatisierung können große Zahlen
von Patientenproben sicher und kostengünstig abgearbeitet werden.
Daneben gibt es aber auch andere Testformate, die ebenfalls häufig
mit Hilfe großer Analyseautomaten durchgeführt werden.
Man
unterscheidet verschiedene ELISA-"Formate"; ihnen allen liegt das
Prinzip einer spezifischen Antigen-Antikörper-Reaktion zugrunde.
Anfangs benutzte man aus Zellkultur gewonnenes HIV-"Vollvirus"-Antigen
(Tests der 1. Generation), heute wird eine Mischung rekombinant
erzeugter Virusproteine oder synthetischer Peptide verwendet, die
jeweils immundominante Epitope darstellen (Tests ab der 2. Generation).
Wichtig
ist zu wissen, inwieweit die verwendeten Antigene Antikörper gegen
die in Frage kommenden Virustypen (HIV-1, HIV-2) und -subtypen (HIV-1-N,
HIV-1-O, HIV-1-M) erfassen, damit bei "exotischen" Virusstämmen
ein falsch-negatives Ergebnis vermieden werden kann. Ein solches
ist zum Beispiel bei Patienten möglich, die sich in Westafrika mit
HIV-2 infiziert haben, aber nur auf HIV-1-Antikörper getestet werden.
Wegen der mehr oder minder stark ausgeprägten Kreuzreaktivität ist
eine serologische Differenzierung zwischen Infektionen mit HIV-1
und HIV-2 nur mit Hilfe spezieller Tests möglich und muss gegebenenfalls
direkt mit dem Labor besprochen werden.
Bei
den meisten ELISA-Tests ist Virusantigen auf der sogenannten Festphase
(z. B. auf dem Boden der Näpfchen der Mikrotiterplatte) gebunden.
Gibt man Patientenserum hinzu, das spezifische Antikörper gegen
diese Antigene enthält, kommt es zu einer Antikörper-Antigen-Bindung.
Diese wird anschließend durch Zugabe eines enzymmarkierten "Konjugates"
nachgewiesen. Das Konjugat kann entweder ein gegen menschliche Antikörper
gerichteter Zweitantikörper z. B. von der Ziege sein ("Antiglobulin"-Test)
oder wiederum Virusantigen (oft dasselbe wie auf der Festphase:
"immunometrischer" oder Sandwich-Test; Tests der 3. Generation),
jeweils an ein Enzymmolekül gekoppelt. "Immunometrische" Tests haben
den Vorteil, daß Antikörper aller Klassen (auch die "frühen" IgM-Antikörper,
die allerdings bei der HIV-Infektion keine große Rolle spielen)
erkannt werden. Schließlich setzt das Enzym ein zugegebenes Substrat
um, wodurch es zum Farbumschlag kommt; die gemessene Intensität
("optical density") dieser Farbreaktion ist proportional zum Antikörpergehalt
der Probe. Einen Sonderfall stellen "kompetitive", meist hoch-spezifische
Tests dar: Hierbei werden gleichzeitig mit dem Patientenserum enzymmarkierte
HIV-Antikörper auf die Festphase gegeben. Diese konkurrieren mit
dem Patienten-Antikörper um die Antigen-Bindungsstellen. Hat der
Patient keine HIV-Antikörper, stehen dem enzymmarkierten Antikörper
alle Bindungsstellen zur Verfügung, und der Farbumschlag nach Zugabe
eines konjugierten Zweitantikörpers und des Substrates fällt entsprechend
stark aus. Und umgekehrt: Je mehr spezifische Antikörper das Patientenserum
aufweist, desto schwächer der Farbumschlag. Alle diese Formate haben
unterschiedliche Vor- und Nachteile. Antikörpertests der 4. Generation
kombinieren den HIV-Antikörpernachweis mit dem Nachweis des viralen
p24-Antigens, um die "diagnostische Lücke" (s. u.) zu verkleinern
(Brust 2000).
Die
Genauigkeit eines Tests ist die Kombination zweier Faktoren: der
testeigenen Sensitivität (Empfindlichkeit) und der Spezifität. ELISA-Suchtests
auf HIV sind extrem sensitiv (an die 100 %), was bedeutet,
daß auch sehr geringe Mengen HIV-Antikörper - z. B. früh im
Verlauf einer Infektion - nachgewiesen werden. Die sehr hohe Sensitivität
verringert das Risiko eines "falsch negativen" Testergebnisses und
somit der falschen Aussage: "Es liegt keine HIV-Infektion vor!",
obwohl eine HIV-Infektion sehr wohl vorliegt. Ist ein ELISA-Test
auch 6 Monate nach einem potentiellen Infektionsrisiko negativ,
bedeutet das aufgrund der hohen Sensitivität, daß die Wahrscheinlichkeit,
mit HIV infiziert zu sein, praktisch gegen Null geht, sofern ein
geeigneter Test verwendet wird (Preiser 2000).
Bis
zum Inkrafttreten der in vitro-Diagnostika-Richtlinie 98/79/EG mussten
HIV-Tests in Deutschland durch das Paul Ehrlich-Institut in Langen
(http://www.pei.de/) zugelassen werden. Für ab dem 07.12.2003 erstmals
verkaufte HIV-Tests gilt das Medizinproduktegesetz; solche Produkte
müssen die CE-Kennzeichnung aufweisen. Dabei wird unter anderem
geprüft, ob ein neu zuzulassender HIV-Suchtest 600 HIV-positive
Proben, darunter 200 HIV-2-positive, aus verschiedenen Infektions-
bzw. Krankheitsstadien zu 100% erkennen konnte.
Die
sehr hohe Sensitivität des ELISA-Tests bedingt andererseits jedoch
eine geringere Spezifität. Das bedeutet, daß das Testergebnis gelegentlich
"falsch positiv" sein kann. Der Test zeigt dann das Vorhandensein
von Antikörpern gegen HIV an, in Wirklichkeit aber wurden im Blut
Substanzen als vermeintliche HIV-Antikörper "erkannt", die keine
sind. Falsch positive Ergebnisse werden zum Beispiel durch eine
Stimulierung des Immunsystems hervorgerufen (Virus-Infektionen,
Schwangerschaft, Impfungen, Autoimmunerkrankungen). Laborfehler
im eigentlichen Sinne sind selten, können aber auch auftreten (z. B.
Verwechslung, Verschleppung von positivem Material durch Pipettieren
etc.). Die derzeit in Deutschland zugelassenen HIV-Suchtests weisen
eine Spezifität von mindestens 99,5 % auf; das heißt, von 4.000
getesteten HIV-negativen Proben von Blutspendern dürfen maximal
20 ein falsch-reaktives Testergebnis aufweisen.
Wegen
der test-immanenten Möglichkeit einer solchen unspezifischen Reaktivität
ist es besser, von "reaktivem" Suchtest-Ergebnis zu sprechen als
von "positivem", um Missverständnisse zu vermeiden. Um falsch positive
(End-)Ergebnisse zu vermeiden, muss jeder reaktive ELISA-Test mit
einem Bestätigungstest (Western-Blot oder IFT) kontrolliert werden.
Erst dann sollte von einem "positiven HIV-Test" gesprochen werden!
Wichtig:
Ein reaktiver Suchtest macht noch keine HIV-Infektion. Nur der positive
Bestätigungstest erlaubt die Diagnose einer HIV-Infektion!
Western-Blot-Bestätigungstest
Der
Western-Blot ist eine Methode, bei der Virus in Zellkulturen vermehrt,
aufgereinigt und denaturiert (d. h. in seine Bestandteile zerlegt)
und die Virusproteine mittels Elektrophorese entsprechend ihrem
Molekulargewicht aufgetrennt werden. Anschließend werden die so
aufgetrennten Virusproteine auf eine Nitrocellulose-Membran übertragen
(geblottet) und mit Patientenserum inkubiert. Sind darin Antikörper
gegen entsprechende virale Proteine vorhanden, binden sich die Antikörper
an diese Proteine. Diese Antigen-Antikörper-Reaktion wird durch
einen enzymmarkierten Zweitantikörper und passendes Substrat auf
dem Teststreifen sichtbar gemacht, wobei die so genannten "Banden"
auftreten.
Der
Western-Blot ist ein Bestätigungstest, der nur dann durchgeführt
wird, wenn der ELISA-Suchtest reaktiv war. Es gibt HIV-1- und HIV-2-
Western-Blots. Das Ergebnis des Western-Blot kann positiv oder negativ
sowie (bei inkomplettem Bandenmuster) auch uneindeutig (grenzwertig
oder unspezifisch) ausfallen.
Die
Proteine von HIV auf dem Western-Blot werden bezeichnet mit "p"
(für Protein) oder "gp" (für Glykoprotein), gefolgt von der relativen
Molekülmasse (x 1000). Sie werden (hier am Beispiel des HIV-1- Western-Blots)
in drei Gruppen eingeteilt: die env- oder Hüllproteine (gp41, gp120,
gp160), die gag- oder Kernproteine (p18, p24/25, p55) und die pol-
oder Endonuklease-Polymerase-Proteine (p34, p40, p52, p68). Die
Kriterien, die erfüllt sein müssen, um ein HIV- Western-Blot-Untersuchungsergebnis
als positiv zu beurteilen, werden von unterschiedlichen Organisationen
uneinheitlich definiert. Das amerikanische Rote Kreuz verlangt zum
Beispiel mindestens drei Banden, eine aus jeder Gruppe (also je
eine gag-, pol- und env-Bande). Die US-amerikanische Zulassungsbehörde
FDA verlangt eine p24-, eine p34- sowie eine gp41- oder gp120/160-Bande
(Centers for Disease Control and Prevention, 1989). Nach einer WHO-Empfehlung
kann hingegen ein Western-Blot bereits als positiv beurteilt werden,
wenn lediglich zwei env-Banden nachgewiesen werden. In Deutschland
gilt die DIN-Norm 58 969 Teil 41 ("Serodiagnostik von Infektionskrankheiten
- Immunoblot") (Deutsches Institut für Normung, 2000); danach ist
eine Serumprobe dann HIV-positiv, wenn sie mit mindestens einem
viralen Glykoprotein und einem der anderen HIV-Proteine reagiert.
Alle anderen virusspezifischen Bandenmuster werden als fraglich
angesehen.
Nachteile
des Western-Blots sind sein recht hoher Preis, die relativ aufwendige
Durchführung sowie die unvermeidliche Subjektivität bei der Auswertung.
Aus diesen Gründen wird in vielen Ländern eine Bestätigungstestung
mit Hilfe eines geeigneten Test-Algorithmus (bestehend aus verschiedenen
HIV-ELISA oder HIV-Schnelltests mit gut definierter Sensitivität
und Spezifität im jeweiligen Untersuchungskollektiv) vorgezogen.
Neben
der obligaten Absicherung durch einen Bestätigungstest wie dem Western-Blot
bedarf die serologische Diagnose einer HIV-Infektion immer auch
einer zweiten, unabhängig gewonnenen Blutprobe des Patienten, um
Verwechslungen sicher ausschließen zu können. Wenn irgendwie möglich,
sollte der Patient erst dann über die Diagnose informiert werden.
Schnelltests
(rapid / simple test device)
Es
gibt mittlerweile eine Reihe von HIV-Schnelltests, auch "point-of-care"-
oder "bedside"-Tests oder "rapid/simple test devices" genannt. Diese
basieren auf einem der vier immundiagnostischen Prinzipien Partikel-Agglutination,
Immunodot (Dipstick), Immunofiltration oder Immunchromatographie
(Giles 1999, Branson 2000). Meist liegen die Testresultate in einer
Viertel- bis einer halben Stunde vor; in vielen Fällen kann Voll-
oder Kapillarblut (aus einer Fingerbeere oder dem Ohrläppchen entnommen)
verwendet werden, so daß sich das Abzentrifugieren einer durch Venenpunktion
gewonnenen venösen Blutprobe erübrigt.
Etliche
dieser Schnelltests haben eine "eingebaute" interne Kontrolle, z.
B. in Form einer Kontrollbande, die anzeigt, ob das Probenmaterial
und gegebenenfalls die Reagenzien richtig zugegeben wurden. Fehlt
diese Bande, so darf das Testergebnis nicht akzeptiert werden (wichtig
zur Vermeidung falsch-negativer Resultate, wenn etwa irrtümlich
die Probe nicht zugegeben oder bis zum Ablesen nicht lange genug
gewartet wurde).
Solche
Schnelltests können nützlich sein, wenn das Resultat rasch benötigt
wird, wie zum Beispiel in der Notaufnahme, vor Notfall-Operationen,
nach Nadelstichverletzungen und um die Rate "nicht abgeholter" Testergebnisse
zu minimieren (denn: wenn das Ergebnis erst nach einigen Tagen vorliegt,
holt sich ein Teil der Getesteten das Resultat erst gar nicht erst
ab). Hilfreich sind Schnelltests, die einfach durchführbar sind
und nur wenig Material benötigen, auch in Entwicklungsländern, wo
nur eine minimale Ausrüstung vorhanden ist (Branson 2003, WHO 2004).
Nichtsdestotrotz sollten an solche Tests prinzipiell dieselben Anforderungen
gestellt werden wie an ELISA-Suchtests (WHO/UNAIDS 1998). Am besten
sollte hierzulande der Schnelltest nur zur ersten Orientierung verwendet
werden und die Testung bei nächster Gelegenheit im regulären Routine-Labor
wiederholt werden. Problematisch sind bei Schnelltests - neben der
Schulung des Durchführenden - oft auch die Aufklärung und wirksame
Einwilligung des Patienten. Ein auch von Laien durchführbarer HIV-Test
birgt natürlich immer auch die Möglichkeit des Mißbrauchs (Zwangstestung
von Gefangenen o.ä.).
Inzwischen
haben mehrere HIV-Schnelltests eine Zulassung durch die US-amerikanische
Aufsichtsbehörde FDA (Food and Drug Administration): OraQuick®
(OraSure Technologies, Pennsylvania, USA), Reveal™ (MedMira Laboratories,
Halifax, Nova Scotia), Uni-Gold Recombigen™ HIV Test (Trinity Biotech,
Irland) und Murex single use diagnostic system (SUDS). Nach durchaus
besorgniserregenden Erfahrungen (mindestens fünf HIV-Infizierte
wurden informiert, daß ihr reaktives Schnelltest-Ergebnis falsch-positiv,
sie also HIV-negativ seien!) betonten kürzlich die CDC erneut die
Notwendigkeit einer adäquaten Bestätigungstestung und gegebenenfalls
Verlaufskontrolle vier Wochen später (CDC 2004).
Probenmaterialien
Meistens
werden für die HIV-Antikörpertestung Serum oder EDTA-Plasma, gelegentlich
auch Vollblut eingesetzt. Alternativ können bei einigen Tests auch
Urin oder Mundflüssigkeit (orales Transsudat, "Speichel") verwendet
werden (Tamashiro 1994; King 2000). Die FDA hat im März 2004 einen
oralen Schnelltest der Firma OraSure Technologies zur Diagnose der
HIV-Infektion zugelassen; derselbe Test war schon seit November
2002 als Schnelltest zum HIV-Antikörpernachweis aus Vollblut zugelassen
(siehe oben). Den Angaben zufolge ermöglicht er einen Nachweis von
Antikörpern gegen HIV-1 oder HIV-2 mit einer Sensitivität von 99,3 %
und einer Spezifität von 99,9 %.
Unter
bestimmten Bedingungen ermöglichen diese Probenarten überhaupt erst
eine Testung (nicht-invasive Probengewinnung). Allerdings sind Sensitivität
und Spezifität meistens deutlich geringer. Daher ist, wenn möglich,
Blut als Probenmaterial vorzuziehen. In jedem Falle macht ein reaktives
Testresultat natürlich eine Bestätigungstestung notwendig.Immunglobuline
können auch aus Blutstropfen eluiert ("herausgelöst") werden, die
auf Filterpapiere aufgebracht und getrocknet wurden. Die Testung
solcher Eluate auf HIV-Antikörper wird beim (anonymen) Bevölkerungsscreening
aus den Guthrietest-Proben Neugeborener (deren Antikörperprävalenz
die der Mütter widerspiegelt) und in Entwicklungsländern mit unzureichenden
Kühl- und Transportmöglichkeiten eingesetzt.
Testleistung
HIV-Antikörpertests
zählen mit zu den besten kommerziell verfügbaren immunologischen
Tests. Sensitivität (hohe Sensitivität ! wenige falsch-negative
Ergebnisse) und Spezifität (hohe Spezifität ! wenige falsch-positive
Ergebnisse) sind die beiden wichtigsten, für jeden Testtyp individuell
zu ermittelnden Parameter. In der Praxis interessieren jedoch weniger
die Sensitivität und Spezifität eines Tests als vielmehr sein prädiktiver
Wert. Der positive prädiktive Wert (positiver Vorhersagewert) gibt
die Wahrscheinlichkeit an, mit der ein Patient mit positivem Testergebnis
auch wirklich infiziert ist; und umgekehrt drückt der negative prädiktive
Wert (negativer Vorhersagewert) die Wahrscheinlichkeit aus, mit
der ein Patient mit negativem Testergebnis auch wirklich nicht infiziert
ist. Tabelle 1 erläutert die Zusammenhänge.
Tabelle 1: Diagnostische
Vierfeldertafel.
Testergebnis:
positiv
negativ
Infektionsstatus
des Patienten
(Referenztest):
positiv
richtig-positiv
falsch-negativ
negativ
falsch-positiv
richtig-negativ
Sensitivität
= Anzahl richtig-positiv / (Anzahl richtig-positiv + Anzahl falsch-negativ)
= Wahrscheinlichkeit eines positiven Testergebnisses, wenn der Patient
infiziert ist
Spezifität
= Anzahl richtig-negativ / (Anzahl richtig-negativ + Anzahl falsch-positiv)
= Wahrscheinlichkeit eines negativen Testergebnisses, wenn der Patient
nicht infiziert ist
Positiver
Vorhersagewert (positiver prädiktiver Wert = PPV)
= Anzahl richtig-positiv / (Anzahl richtig-positiv + Anzahl falsch-positiv)
= Wahrscheinlichkeit, daß ein positiv getesteter Patient auch wirklich
infiziert ist
Negativer
Vorhersagewert (negativer prädiktiver Wert = NPV)
= Anzahl richtig-negativ / (Anzahl richtig-negativ + Anzahl falsch-negativ)
= Wahrscheinlichkeit, daß ein negativ getesteter Patient wirklich
nicht infiziert ist
Auch
wenn dies auf den ersten Blick vielleicht nicht einleuchtend erscheint,
so hängt der prädiktive Wert eines Tests nicht nur von seiner Sensitivität
und Spezifität ab, sondern auch von der HIV-Prävalenz (der Vor-Test-Wahrscheinlichkeit,
positiv bzw. negativ zu sein) in der getesteten Population. Die
Abbildung 1 illustriert diesen Zusammenhang anhand fiktiver Populationen
mit HIV-Seroprävalenzen zwischen den Extremen 0,02 % (beispielsweise
europäische Blutspender) und 20 % (z. B. sexuell aktive
Bevölkerungsgruppen in Hochendemieländern). Man erkennt, daß die
überwiegende Mehrzahl der positiven Testergebnisse bei ersteren
falsch-positiv sind: Nur 4,8 % der hier positiv Getesteten
sind wirklich infiziert! Umgekehrt sind 98 % der positiven
Testergebnisse im Hochrisikokollektiv mit einer Durchseuchung von
20 % "echt" (weswegen man laut WHO in Ausnahmefällen hier auf
einen Bestätigungstest verzichten kann). Dieses Phänomen führt zu
dem oft propagandistisch missbrauchten, aber unvermeidbaren Effekt,
daß zum Beispiel in Deutschland (geringe HIV-Prävalenz) tatsächlich
nur ein ganz geringer Teil der im Suchtest reaktiven Blutspender
tatsächlich infiziert ist. Da jede Suchtest-Reaktivität mittels
eines Bestätigungstests überprüft werden muss, bevor der Betroffene
informiert wird, sollte dieses Phänomen eigentlich keine größeren
Konsequenzen haben (nur wird es leider oft ins Feld geführt, um
die vermeintliche Minderwertigkeit der HIV-Tests zu belegen); denn
wenn der Western-Blot das reaktive ELISA-Ergebnis nicht bestätigt,
so ist der Patient bzw. Blutspender eben nicht HIV-"positiv"!
Abbildung 1: Beispiel für die Abhängigkeit des positiven Vorhersagewertes
von der Seroprävalenz in der untersuchten Population. Annahme: Jeweils
10.000 Personen aus Populationen mit Seroprävalenzen von 0,02 %
bis zu 20 % werden getestet mithilfe von Antikörpertests A, der
eine (hier vorgegebene) Spezifität von 99,6 % aufweist (d. h. es
kommt zu 40 falsch-positiven Resultaten auf 10.000 Getestete).
Nach
einer Infektion dauert es in der Regel drei bis zwölf Wochen, bevor
die im Rahmen der Immunantwort des Infizierten gebildeten Antikörper
nachweisbar werden. Ein HIV-Test sollte daher nicht zu früh nach
einem möglichen Risikokontakt gemacht werden, auch wenn viele Betroffene
verständlicherweise darauf drängen. Wichtig ist jedoch z. B.
bei beruflicher Exposition ein sofortiger Test zum Nachweis einer
inititalen Seronegativität (D-Arzt-Fall)! Bei etwa 5 % der
neu Infizierten dauert es sogar länger als zwei Monate, bis Antikörper
gebildet werden. In Zweifelsfällen ist daher ein weiterer Test nach
sechs Monaten angezeigt.
Die
Wahrscheinlichkeit, sich mit HIV infiziert zu haben, ist erhöht,
wenn eine der folgenden Fragen bejaht wird:
Sex
ohne Kondom mit jemandem gehabt, der HIV-infiziert ist?
Sexuell
übertragbare Erkrankungen wie Chlamydien oder Gonorrhoe in der
letzten Zeit gehabt?
Spritzen
und/oder Kanülen mit anderen Drogenabhängigen gemeinsam benutzt?
Bluttransfusionen
oder Blutgerinnungsfaktoren in den Jahren zwischen 1978 und 1985
erhalten?
Jemals
Sex gehabt mit jemandem, der eine der vorstehenden Fragen mit
Ja beantworten würde?
Ein
Problem des HIV-(Antikörper-)Tests ist die so genannte "diagnostische
Lücke", auch "diagnostisches Fenster" genannt. Das ist die Zeit,
die der Körper benötigt, um nach einer Infektion mit HIV nachweisbare
Antikörper zu erzeugen (Busch 1997). Der Umschlag von negativ nach
positiv wird "Serokonversion" genannt. Die derzeit verwendeten Suchtests
können eine HIV-Infektion sechs Wochen nach Neuinfektion zu etwa
80 % und ab der 12. Woche zu annähernd 100 % erkennen;
nur in sehr seltenen Fällen wird eine Infektion erst nach 3 oder
gar 6 Monaten erkannt. Bei Suchtests der 4. Generation versucht
man das "diagnostische Fenster" zu verkleinern, indem neben HIV-Antikörpern
gleichzeitig p24-Antigen nachgewiesen wird (Gürtler 1998, Ly 2001).
Diese Tests der 4. Generation sind jedoch nicht ganz unproblematisch,
da sie zwar früher positiv werden, sich dann im weiteren Verlauf
der Akutinfektion aus methodischen Gründen ein zweites diagnostisches
Fenster öffnen kann, innerhalb dessen die Tests wieder negativ werden
können (Meier 2001).
Bei
beginnender Serokonversion ist der Suchtest zunächst grenzwertig
oder nur schwach reaktiv. Beim zur Bestätigung durchgeführten Western-Blot
sind zu diesem Zeitpunkt oft noch gar keine Banden nachweisbar oder
nur ein unvollständiges Bandenmuster; häufig erscheint die p24-Bande
als erste. Die Befundkonstellation in solchen Fällen unterscheidet
sich oft nicht von der bei Nicht-Infizierten mit unspezifischer
Reaktivität; auch hier kommen nicht selten isolierte p24-Banden
vor. Dies führt deutlich vor Augen, wie wichtig es ist, daß dem
untersuchenden Labor wesentliche Angaben (z. B. "V. a. Primärinfektion",
"Routinescreening" etc.) gemacht werden!
Meistens
müssen solche Fälle zunächst offen bleiben, lassen sich aber durch
eine Verlaufskontrolle innerhalb kurzer Zeit abschließend klären.
Handelt es sich tatsächlich um eine beginnende Serokonversion, dann
wird schon wenige Tage später die Seroreaktivität signifikant zugenommen
haben, und binnen weniger Wochen wird ein vollständiges Bandenmuster
im Western-Blot nachweisbar. Von den individuellen Umständen hängt
es auch ab, ob bereits zu Beginn zu einem Virus-Direktnachweis z. B.
mittels PCR geraten wird. Vorsicht: Eine medikamentöse Post-Expositions-Prophylaxe
kann den Direktnachweis erschweren und eventuell auch eine Serokonversion
hinauszögern.
Man
kann sich übrigens das allmähliche Zunehmen der Seroreaktivität
im Laufe der Serokonversion gezielt zunutze machen: So genannte
"desensitised" oder "detuned" Teststrategien dienen der Erfassung
der HIV-Inzidenz (d. h. der Neuinfektionsrate - im Gegensatz
zur gewöhnlichen Antikörpertestung, die die HIV-Prävalenz erfasst),
indem man bewusst empfindliche mit weniger empfindlichen Antikörpertests
kombiniert und so ermittelt, welcher Anteil der Positiven erst innerhalb
der zurückliegenden Wochen bis Monate neu infiziert wurde (Parekh
2001, Constantine 2003).
Eine
HIV-Infektion kann außer durch den Nachweis von Antikörpern auch
durch den Nachweis von Virus festgestellt werden. Der Virusnachweis
ist nur für bestimmte Fragestellungen erforderlich und sollte wegen
hoher Kosten nur bei entsprechender Indikation durchgeführt werden.
Die
Virusisolierung in Zellkultur bleibt speziellen Fragestellungen
vorbehalten, da sie aufwendig und nicht ungefährlich ist und ein
Hochsicherheitslabor erfordert. Daneben steht der Nachweis des p24-Antigens
von HIV-1 mittels ELISA zur Verfügung. Obwohl der p24-Antigentest
für die meisten Fragestellungen mittlerweile durch die empfindlicheren
Nukleinsäure-Nachweistests abgelöst wurde, weisen Antikörper-Suchtests
der 4. Generation neben HIV-Antikörpern zugleich p24-Antigen nach,
in der Hoffnung, hierdurch das diagnostische Fenster zu verkleinern.
Der
Nachweis viraler Nukleinsäure (d. h. von Virusgenom) kann mittels
verschiedener Verfahren geführt werden. Es werden entweder provirale
cDNA in Leukozyten (EDTA-Vollblut einsenden) oder virale RNA im
zellfreien Kompartiment (EDTA-Plasma bzw. EDTA-Vollblut einsenden)
nachgewiesen.
Die
qualitative Testung auf Virusgenom dient als Infektionsmarker. Sie
supplementiert oder ersetzt die Antikörper-Diagnostik zum Infektionsnachweis
in besonderen Fällen (Verdacht auf frische Primärinfektion: diagnostisches
Fenster; Neugeborenes einer infizierten Mutter: maternale Leih-Antikörper
- siehe auch weiter unten).
Der
quantitative Nachweis von HIV-RNA aus dem Plasma wird verwendet
als prognostischer Marker, zur Therapiekontrolle und zur Abschätzung
der Infektiosität (Berger 2002). Die empfindlichsten Tests können
bis zu 50 Kopien/ml nachweisen.
Für
quantitative Tests stehen verschiedene kommerzielle und "in house"-Methoden
zur Verfügung. Diese basieren auf der Polymerase-Kettenreaktion
(PCR), der branched-DNA (b-DNA)-Methode oder der Nukleinsäure-Sequenz-basierten
Amplifikation (NASBA). Sowohl als prognostischer wie auch als therapeutischer
Marker ist die Viruslast-Testung mittlerweile aus der Klinik nicht
mehr wegzudenken.
Falsch
positive Ergebnisse sind beim Western-Blot sehr selten. Ein positives
Ergebnis im Western-Blot bestätigt daher das Vorliegen einer HIV-Infektion.
Ein
positives Testergebnis (d. h. Such- und Bestätigungstest positiv
und Verwechslung durch Testung eines zweiten Probe ausgeschlossen)
bedeutet, daß die getestete Person
HIV-infiziert
ist (d. h. das Virus hat, das AIDS verursachen kann) - außer
bei Neugeborenen (s. unten);
ohne
Vorsichtsmaßnahmen (siehe Abschnitt "Übertragungswege") andere
Menschen mit HIV infizieren kann.
Ein
positives Testergebnis bedeutet NICHT, daß die getestete Person
AIDS
hat;
notwendigerweise
an AIDS erkranken wird.
Ein
negatives Testergebnis bedeutet:
HIV-Antikörper
wurden im Blut der getesteten Person zum Testzeitpunkt nicht nachgewiesen.
Ein
negatives Testergebnis bedeutet NICHT, daß:
die
Person nicht mit HIV infiziert ist (der Test könnte theoretisch
in der Zeit der "diagnostischen Lücke" gemacht worden sein);
die
Testperson immun oder resistent gegen HIV ist;
die
Testperson auf Safer Sex verzichten kann.
Jenseits
der "diagnostischen Lücke", also später als 6 Monate nach einer
möglichen HIV-Exposition, ist ein ELISA-Test nur sehr selten "falsch
negativ". In diesen Fällen bedeutet ein negativer Test also, daß
die Person nicht mit HIV infiziert ist - immer unter der Annahme
freilich, daß in der Zwischenzeit kein weiterer Risikokontakt stattgefunden
hat.
Ein
seltenes "uneindeutiges" Ergebnis im Bestätigungstest bedeutet:
Der
Test hat kein eindeutiges Ergebnis geliefert. Konsequenz: kurzfristige
Wiederholung des Tests. Insbesondere bei entsprechender klinischer
Symptomatik (Fieber, Lymphknotenschwellung, Ausschlag, neurologische
Symptome) besteht hier der Verdacht auf eine akute HIV-Infektion,
bei der die Serokonversion gerade erst begonnen hat, erste Antikörper
damit zwar nachweisbar sind, die vollständige Bandbreite der Antikörper
aber noch nicht vorhanden ist. Allerdings folgt die Serokonversion
bestimmten Mustern. So sind einige Banden im Western-Blot früh
positiv (zum Beispiel p24 oder gp120), bei anderen dauert es etwas
länger.
Bei
uneindeutigem Western-Blot und klinischem und/oder anamnestischem
Verdacht auf eine akute Primärinfektion sollte möglichst sofort
ein Virus-Direktnachweis mittels PCR versucht werden, um eine
akute HIV-Infektion rechtzeitig zu erkennen (siehe dazu auch das
Kapitel "Akute HIV-Infektion") und eventuell behandeln zu können.
Je früher, desto besser!
Cave:
Wenn bei Verdacht auf eine frische Primärinfektion für den Virusnachweis
(wegen seiner leichteren Verfügbarkeit) ein quantitativer HIV-RNA-Test
aus dem Plasma verwendet wird, so muss bedacht werden, daß auch
hiermit gelegentlich falsch positive Resultate erzielt werden (besonders
bei der b-DNA) (Rich 1999). Dabei handelt es sich um methodenbedingte,
niedrige (falsch positive) Viruslastwerte, wie sie bei einer akuten
Infektion (mit normalerweise sehr hoher Viruslast) unwahrscheinlich
sind. Achtet man hierauf nicht, so wird die Diagnose fälschlicherweise
auf "infiziert" lauten, mit möglicherweise schlimmen Folgen. Vermeiden
lässt sich dieses Phänomen (eine einwandfreie Durchführung und Qualitätskontrolle
im Labor immer vorausgesetzt), wenn man einen (allerdings nur von
relativ wenigen Labors angebotenen) Test auf provirale cDNA in der
Leukozyten-Fraktion durchführt.
Glücklicherweise
liegt heute das Mutter-Kind-Übertragungsrisiko (siehe Kapitel HIV
und Schwangerschaft) in Industrieländern im unteren einstelligen
Prozentbereich. Dennoch ist eine HIV-Diagnostik bei allen exponierten
Neugeborenen essentiell!
Bei
Neugeborenen von HIV-infizierten Müttern sind normalerweise bis
zum Alter von etwa 12 - 15 Monaten HIV-Antikörper nachweisbar. Dabei
handelt es sich um mütterliche "Leih-Antikörper", die etwa ab der
30. Schwangerschaftswoche transplazentar auf das Ungeborene übertragen
werden. Diese maternalen IgG-Antikörper bewirken physiologischerweise
den sogenannten Nestschutz, sind aber im Falle von HIV ohne protektive
Wirkung. Dies bedeutet aber, daß bis zur vollständigen Elimination
der mütterlichen Antikörper alle Kinder HIV-positiver Mütter, d. h.
auch die nicht infizierten, zunächst positive Antikörpertests mit
einer im Laufe der Zeit abnehmenden Reaktivität aufweisen.
Früher
musste man daher ein signifikantes Absinken der kindlichen HIV-Antikörperspiegel
abwarten; erst die Testung weiterer Blutproben, die im weiteren
Verlauf entnommen wurden, konnte - oft erst nach einem dreiviertel
Jahr oder länger - eine kindliche Infektion sicher ausschließen
(Newell 1995). Persistieren HIV-Antikörper bei einem exponierten
Kind über das Alter von 15 Monaten hinaus, liegt eine HIV-Infektion
vor.
Heutzutage
ermöglicht die PCR eine raschere Diagnostik. Die Deutsch-Österreichischen
Empfehlungen zur HIV-Therapie in der Schwangerschaft vom Mai 2003
(s. Internetadressen) empfehlen, eine kindliche HIV-Infektion direkt
durch den Virusnachweis zu diagnostizieren. Es ist bislang nicht
geklärt, ob der Nachweis von proviraler (intrazellulärer) HIV-cDNA
(aus Leukozyten) oder von (extrazellulärer) HIV-RNA (aus dem Blutplasma)
empfindlicher ist. Auf alle Fälle müssen alle positiven Testergebnisse
möglichst umgehend aus einer weiteren Probe bestätigt werden.
Wichtig:
Viele Methoden zum HIV-Nukleinsäure-Nachweis können bei "exotischen"
(d. h. non-Subtyp-B) HIV-Subtypen (wie auch bei HIV-2) versagen
und ein falsch-negatives Resultat liefern (Haas 1996). Um das auszuschließen,
sollte gegebenenfalls sicherheitshalber immer auch eine mütterliche
Probe getestet werden - z. B. wenn die Mutter oder ihre Infektionsquelle
nicht aus Europa stammt. Ist die Mutter (vor Therapiebeginn!) PCR-positiv,
kann ein negatives Testresultat des Kindes verwertet werden; ansonsten
muss entweder in einem Speziallabor eine geeignete Methode gewählt
oder notfalls auf die Antikörper-Diagnostik (s. o.) zurückgegriffen
werden. Bezüglich quantitativer RNA-Nachweismethoden gilt das bereits
oben Angeführte zu fälschlicherweise niedrig-positiven Resultaten!
Bei
exponierten Kindern werden zum Ausschluss einer HIV-Infektion mindestens
zwei negative HIV-PCR-Befunde gefordert: der erste zwischen dem
1. und 4. Lebensmonat, der zweite nach dem 4. Lebensmonat, wegen
der erst dann ausreichend hohen Aussagekraft (Rossi 1992). Zusätzlich
sollte schon im 1. Lebensmonat (aber erst einige Tage nach der Geburt,
nicht vorher, da man eine Kontamination mit mütterlichem Virus fürchtet)
eine PCR gemacht werden, da eine möglichst frühe Diagnose der kindlichen
Infektion wegen der Pneumocystis-Prophylaxe und der antiretroviralen
Frühtherapie in den ersten Lebensmonaten von Bedeutung ist. Ist
bereits diese erste Probe positiv, muss man von einer intrauterinen
Infektion ausgehen (seltener); kam es zu einer perinatalen Infektion
unter der Geburt (häufigstes Szenario), dann lässt sich Virus erst
in den späteren Proben nachweisen. Cave: Stillen bedeutet eine signifikante
Übertragungsgefahr; das hier Gesagte gilt nur, wenn eine postnatale
Infektionsmöglichkeit ausgeschlossen ist.
Auch
bei negativen HIV-PCR-Befunden soll das Verschwinden der mütterlichen
Antikörper bei HIV-1-exponierten Kindern mindestens einmal dokumentiert
werden.
Hierbei
gilt es zwei Dinge zu behandeln: zum einen die Testung des Indexpatienten
(von dem die potentielle Ansteckungsgefahr ausgeht), zum anderen
die des Exponierten. Die Vorgaben der Berufsgenossenschaft müssen
natürlich befolgt werden, schon aus haftungsrechtlichen Gründen.
Ist
der Indexpatient bekannt, sollte er - nach entsprechender Aufklärung
und Einwilligung; am besten sollte unverzüglich ein Dienstvorgesetzter
des Verletzten hinzugezogen werden! - auf HBsAg, HCV-Antikörper
und HIV-Antikörper getestet werden. Je nach den Umständen (z. B.
Wochenende) sollte man die Verwendung eines Schnelltests erwägen
(s. o.). Oft muss eine erste, vorläufige Entscheidung gefällt
werden, noch bevor das Testergebnis des Indexpatienten vorliegt;
denn jede Verzögerung des Beginnes einer medikamentösen HIV-Postexpositionsprophylaxe
(HIV-PEP) vermindert ihre Erfolgschancen (CDC 2001). Deswegen: Im
Zweifelsfall lieber eine oder zwei Dosen HIV-PEP einnehmen und die
Prophylaxe nach Eintreffen des negativen Testergebnisses absetzen,
als erst beim Eintreffen eines positiven Testergebnisses damit beginnen!
Ist
der Indexpatient seronegativ, ist die Möglichkeit, daß er sich -
ohne klinische Anhaltspunkte für ein akutes retrovirales Syndrom
- in der "diagnostischen Lücke" befindet, verschwindend gering.
Von der Verwendung einer Methode zum direkten Virusnachweis (zum
Ausschluss einer frischen Primärinfektion vor Serokonversion) ist
daher im Normalfall abzuraten! Bei unbekanntem Indexpatienten sollte
die epidemiologische Situation berücksichtigt werden. Wichtig: Von
einer Testung benutzter Injektionsnadeln etc. auf HIV-Antikörper
oder HIV-Genom sollte Abstand genommen werden; hier stehen Aufwand,
Kosten und vor allem die verbleibende Unsicherheit (wegen der stets
fraglichen Aussagekraft des Ergebnisses) in keinem Verhältnis zum
äußerst geringen Infektionsrisiko bei diesem sehr instabilen und
wenig umweltresistenten Erreger.
Ist
der Indexpatient HIV-positiv, müssen alle zur Verfügung stehenden
Informationen (u. a. aktuelle Viruslast, Ergebnisse von Resistenztestungen
etc.) in die Entscheidung über die Art der HIV-PEP einfließen (siehe
auch das entsprechende Kapitel).
Bei
HIV-positivem Indexpatienten soll der Verletzte unverzüglich mittels
eines Routine-Screeningtests auf HIV-Antikörper getestet werden.
Der Nachweis einer initialen Seronegativität ist rechtlich wichtig
zum Durchsetzen einer Entschädigung bzw. Versorgung im Infektionsfall!
Weitere Kontrollen werden 6 Wochen, 3 Monate und noch einmal 6 Monate
nach Exposition empfohlen (Ciesielski, 1997). Ist der Indexpatient
HIV- und HCV-infiziert, wird ein weiterer Follow-up-Test des Verletzten
nach 12 Monaten empfohlen; dieser ist sonst optional (Ridzon 1997).
Außerdem sollte zu jedem Zeitpunkt ein HIV-Test (dann eventuell
auch Virusdirektnachweis) durchgeführt werden, wenn der Verdacht
auf ein akutes retrovirales Syndrom besteht.
Nach
§ 7 Absatz 3 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) (s. Internetadressen)
gilt eine nicht-namentliche Meldepflicht für den direkten oder indirekten
(d. h. über Antikörper) Nachweis von HIV. Dieser muss innerhalb
von zwei Wochen nicht an das örtliche Gesundheitsamt, sondern mittels
eines speziellen Formblattes direkt an das Robert-Koch-Institut
in Berlin geschickt werden.
Zur
Meldung verpflichtet ist das Labor, das den positiven Test durchgeführt
hat. Die zu übermittelnden Datensätze sollen einerseits eine wirksame
Anonymisierung gewährleisten, andererseits sollen Doppelmeldungen
vermieden und wesentliche epidemiologische Daten erfasst werden.
Übermittelt wird nicht der Name des HIV-Positiven, sondern eine
fallbezogene Verschlüsselung sowie Geschlecht, Monat und Jahr der
Geburt, die ersten drei Ziffern der Postleitzahl der Hauptwohnung,
Details der Testung, der wahrscheinliche Infektionsweg oder das
wahrscheinliche Infektionsrisiko und das Land, in dem die Infektion
wahrscheinlich erworben wurde.
Alle
Ärzte sind berechtigt, HIV-Tests durchzuführen, und die Kosten werden
bei entsprechender Indikationsstellung (typische Beschwerden, Symptome,
hinreichender Verdacht) meist von der Krankenversicherung getragen.
In Praxen und Kliniken ist der Test nicht anonym; das Personal,
das Test und Ergebnis dokumentiert, unterliegt jedoch der beruflichen
Schweigepflicht (Voß 2000).
Gesundheitsämter
führen HIV-Tests anonym und kostenlos durch, übernehmen aber keine
weitergehende medizinische Betreuung oder Behandlung.
Bei
jedem Test auf HIV sind verschiedene wichtige Gesichtspunkte zu
beachten. Leider wird hier immer noch gelegentlich fahrlässig und
gedankenlos gehandelt.
Man
sollte wissen:
Ein
positives Testergebnis hat, allen therapeutischen Fortschritten
zum Trotz, noch immer erhebliche seelische Konsequenzen für den
Betroffenen! Die Bedeutung eines positiven Testergebnisses kann
gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Jeder
Patient muss deshalb informiert sein, daß er auf HIV getestet wird!
Und zwar vorher! Ein "Routine-Test vor OP", wie er leider immer
noch gelegentlich praktiziert wird, kann, wenn er denn unvermuteterweise
positiv ausfällt, für den Behandler nicht nur unangenehme, sondern
auch erhebliche gerichtliche Konsequenzen haben. Es muss nicht unbedingt
ein schriftliches Einverständnis vorliegen, allerdings ist das Einverständnis
des Patienten in der Kurve oder Akte durch den Arzt zu notieren.
Bei Kindern oder Patienten, die unmündig sind oder ihr Einverständnis
nicht geben können, müssen Eltern oder Sorgeberechtigte informiert
werden.
Ergebnisse
von HIV-Tests sollten möglichst nur von Ärzten mitgeteilt werden,
die sich entweder mit HIV auskennen oder wissen, wohin sie kurzfristig
Patienten mit einer frischen HIV-Diagnose schicken können - Menschen,
die mit HIV neu konfrontiert werden, brauchen intensive Unterstützung,
und zwar zügig! Auch hier kommt es immer wieder vor, daß Hausärzte
den Patienten den Test mitteilen, vielleicht noch veraltete Informationen
mit auf den Weg geben und oft Wochen, manchmal Monate vergehen,
bis in einer Schwerpunktpraxis das erste wirkliche, kompetente Gespräch
über die Infektion geführt wird.
Das
positive Ergebnis eines HIV-Tests sollte niemals am Telefon mitgeteilt
werden. Erstens ist hier keine suffiziente Beratung möglich und
zweitens kann die Reaktion des Patienten nicht vernünftig eingeschätzt
werden - nicht selten entwickeln die Betroffenen Suizidgedanken.
Gelegentlich wird sehr irrational und emotional reagiert, so daß
ein langes Gespräch notwendig ist. Die Reaktion des Betroffenen
ist nicht voraussehbar. Man sollte daher, wenn irgend möglich, einen
Wiedervorstellungstermin und kein Telefonat vereinbaren (bei negativem
Ergebnis kann man den Patienten dann immer noch anrufen...).
Aus
den genannten Gründen ist ein Schnelltest zur Selbstuntersuchung
für jedermann extrem problematisch. Sogenannte "point-of-care"-
oder "bedside"-Tests können in bestimmten Situationen, z. B.
in der Notfallaufnahme, sehr nützlich sein, bergen aber ebenfalls
die Gefahr einer unsachgemäßen Verwendung ohne entsprechende Aufklärung,
Beratung und Betreuung des Patienten.
Ein
reaktives Suchtest-Ergebnis allein darf dem Patienten auf keinen
Fall mitgeteilt werden. Da es zahlreiche Störfaktoren gibt, die
einen Screening-Test falsch positiv werden lassen, muss immer der
Bestätigungstest abgewartet werden. Wenn hier das Bandenmuster im
Western-Blot nicht vollständig ist, handelt es sich möglicherweise
um eine Serokonversion oder um eine Fehldiagnose. Solche Tests sollten
immer mit dem Labor und mit einem erfahrenen HIV-Arzt besprochen
werden - bevor der Patient informiert wird. Wir haben es erlebt,
das Betroffene tagelang in dem Glauben gelassen wurden, sie wären
HIV-infiziert - weil ein ELISA-Test kreuzreagierte.
Aber
auch bei einer im Western-Blot bestätigten HIV-Seropositivität gilt
der Satz (der in unserem Labor unter jedem Erstbefund steht): "Der
Nachweis von HIV-spezifischen Antikörpern bedeutet nicht, daß der
Patient an AIDS erkrankt ist. Jedes positive Ergebnis muss in einer
zweiten, unabhängig gewonnenen Blutprobe bestätigt und der Patient
sollte erst dann informiert werden!"
Man
sollte bei jedem HIV-Test wissen, warum man den Test macht. Ein
schwieriges Problem ist das gar nicht so seltene Phänomen der AIDS-Phobiker
- Menschen, die ebenso fest wie fälschlich überzeugt sind, sie seien
HIV-infiziert, fast immer ohne jegliches HIV-Risiko. Oft werden
hier in sehr engen Abständen und bei verschiedenen Ärzten wahllos
HIV-Tests, mitunter auch teure PCR-Tests gemacht. Solche Menschen
(die oft auch Wahnvorstellungen hegen, man würde ihnen das positive
Testergebnis vorenthalten) brauchen psychologische und evtl. psychiatrische
Hilfe.
Folgende
Verhaltensmaßregeln helfen, die Gefahr einer HIV-Ansteckung
und somit des AIDS verschwindend gering zu erhalten:
Bei länger
planbaren Operationen möglichst Eigenblut verwenden. Dadurch
ist eine Infektion zu 100 % (auch mit anderen Erregern) ausgeschlossen.
In Entwicklungsländern
möglichst jede medizinische Versorgung, die mit Blut oder
dem Einsatz von Spritzen u.Ä. zusammenhängt, vermeiden. Wenn
möglich, sollte man die Behandlung erst zu Hause vornehmen
lassen.
Fixer
sollten Einmalspritzen verwenden. Diese werden in jeder größeren
Stadt kostenlos ausgegeben.
Im Alltag
sollte man es möglichst vermeiden, Rasierklingen, Zahnbürsten
o.Ä. mit mehreren Personen zu teilen.
Mutter-Kind
Das
Übertragungsrisiko einer Infektion von einer HIV-positiven
Mutter auf das Kind lässt sich durch einen Kaiserschnitt
und die Vermeidung des Stillens reduzieren.
In der
Sexualität
Safer
Sex: Praktiken, bei denen Blut, Sperma, oder Vaginalsekret
auf Schleimhäute oder verletzte/erkrankte Haut gelangen
kann, vermeiden. Deshalb beim Geschlechtsverkehr immer
Kondome verwenden, bei oralem Verkehr kein Sperma in den
Mund gelangen lassen.
Vermeidung/Reduktion
von Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern
Eine
"monogame" Beziehung bietet KEINEN zuverlässigen Infektionsschutz.
Aus Angst vor Beziehungsproblemen verheimlichen viele
Menschen ihrem Partner einen Seitensprung. Experten sprechen
hier vom "Risikofaktor Liebe".
Wie
entsteht HIV/Aids?
zurück/back Normalerweise greifen weiße Blutkörperchen
und Antikörper fremde Organismen, die in den Körper eingedrungen
sind, an und zerstören sie. Die Immunantwort wird von bestimmten
weißen Blutkörperchen, den T-Helfer
Zellen (CD4 Lymphozyten) koordiniert. Diese CD4
Lymphozyten sind das Hauptangriffsziel der HI-Viren. Sie docken
an den Zellen an und werden in die Zelle geschleust. In der Zelle
integrieren die Viren ihr eigenes Erbgut in das Erbgut der Wirtszelle
und benutzen sie zur Vermehrung.
Nach einiger Zeit zerstören die neu produzierten Viren die Wirtszelle
und werden ins Blut freigesetzt. Sofort suchen sie einen neuen CD4
Lymphozyten und der Vermehrungsprozess startet von Neuem. So werden
täglich mehr als zehn Milliarden neuer HI-Viren produziert. Um diesen
Prozess zu stoppen, bildet der Körper täglich etwa zwei Milliarden
neuer CD4 Lymphozyten. In den allermeisten Fällen gewinnen jedoch
die Vieren diesen Kampf und die Zahl der CD4 Lymphozyten sinkt kontinuierlich.
Dadurch entsteht eine schwere Immunschwäche und der Körper ist nicht
mehr fähig, eingedrungene Erreger zu bekämpfen.
Safer Sex ist die einzige wirksame Methode, um beim
Sex eine Infektion mit HIV sowie mit vielen der anderen sexuell
übertragbaren Krankheiten zu vermeiden.
Safer Sex heißt, sich stets so zu
verhalten, dass eigene Samenflüssigkeit, Scheidenflüssigkeit,
Blut oder Blutspuren nicht in den Körper der Partnerin
oder des Partners gelangen, und dass umgekehrt solche
Körperflüssigkeiten nicht in den eigenen Körper gelangen.
Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet
sinngemäß "geschützter Sex".
Sie
können Schutz beim Sex dadurch erreichen, dass Sie
beim
Sex nicht in den Körper des Partners oder der Partnerin
eindringen,
bzw.
bei eindringendem Sex Kondome benutzen,
und
Samen- oder Scheidenflüssigkeit nicht in
den Mund aufnehmen
Dies
gilt ganz allgemein für den Schutz vor Ansteckung.
Wie Sie sich bei den einzelnen Sexualpraktiken oder
Ihren speziellen Vorlieben beim Sex schützen können,
können Sie aus diesen Grundregeln ableiten (wenn Sie
unsicher sind, lassen Sie sich am besten persönlich
beraten). Auch bei anderen als sexuellen Kontakten,
etwa bei der Ersten Hilfe oder (bei Drogenkonsumenten)
beim gemeinsamen Benutzen von Spritzbestecken heißt
Schutz vor HIV, dass Sie das Eindringen von fremder
Samenflüssigkeit, Scheidenflüssigkeit, Blut oder Blutspuren
in den eigenen Körper vermeiden.
Schleifen
und Bänder haben im angloamerikanischen Raum seit jeher die
Bedeutung des Erinnerns. Vor einem Abschied auf unbestimmte
Zeit knüpften Mädchen ihrem Liebsten, oder umgekehrt, in ihrer
Lieblingsfarbe Bänder ins Haar oder aufs Gewand - als Zeichen
der Erinnerung. Die Roten Schleifen erinnern an Aids.
Tragen
Sie die Rote Schleife sichtbar an Ihrer Kleidung als Ausdruck
Ihres Mitgefühls für alle, die mit der HIV-Infektion
und der Erkrankung an Aids leben müssen. Darüber hinaus erinnern
Sie damit an die Notwendigkeit, sich selbst und andere vor
Aids zu schützen.
Red
Ribbons können Sie per E-Mail bei der Aids & Child a.s.b.l.
beziehen. Der Erlös kommt ausschließlich HIV-positiven oder
an Aids erkrankten Kindern zugute.
Historique
de la lutte contre HIV/Sida zurück/back
au Grand-Duché
de Luxembourg
Le
premier cas de HIV diagnostiqué rétrospectivement au G.-D. de Luxembourg
se rapporte à l’année 1983.
La
même année fut lancée une campagne d’information ciblant ce que
l’on considérait alors être les groupes les plus exposés : homosexuels,
toxicomanes
et prostitué(e)s.
En
1984 fut institué par voie d’arrêté ministériel le Comité
de surveillance du Sida qui publie la même année une première brochure
présentant l’état
des
connaissances d’alors et destinée aux professionnels de santé. Par
la suite le groupe cible fut élargi à tous les professionnels susceptibles
d’entrer
en contact avec le sang.
En
1985, dés la disponibilité d’un test de dépistage commercial,
fut instauré le contrôle obligatoire de tous les dons de sang effectués
sur le territoire
national.
En
1986 on dénombrait un nombre de 38 cas de nouvelles infections
HIV au Grand-Duché de Luxembourg.
La
même année l’a.s.b.l. « Recherche sur le Sida » voit le jour.
Entre
1986 et 1987 une centaine de conférences furent organisées par le
Comité de surveillance du Sida ciblant la population générale, les
professionnels,
les jeunes et les milieux scolaires. Parallèlement un grand nombre
d’interviews et d’émissions radio furent transmis sur les stations
nationales.
En
1987, le gouvernement luxembourgeois a débloqué les fonds
nécessaires à l’organisation d’une vaste campagne d’information
multimédia.
Parallèlement
un service de documentation et de prêt de matériel informatif et
pédagogique a été établi à l’usage des enseignants au sein du
Ministère
de la Santé. La première évaluation de la campagne par l’ILRES,
a relevé un taux de pénétration de la population très élevé mais
qu’il
s’agissait
de continuer les efforts.
En
1988 fut présenté le premier « Programme national de lutte
contre le Sida et la toxicomanie », par le Ministère de la Santé.
Le plan reposait sur
les
quatre piliers suivants :
1.
Information et Education 2. Dépistage, recherche et traitement 3.
Encadrement psychologique et social 4. Sida et toxicomanie
La
même année fut créée « L’Aidsberodung » de la Croix-Rouge avec comme
objectifs :
•
de fournir aux personnes vivant avec le HIV/Sida et à leur entourage
une palette de soutien émotionnel, psychosocial et pratique,
•
de lutter contre la propagation du virus HIV en initiant des campagnes
de prévention en direction de groupes spécifiques
(jeunes, prostitué(e)s,
migrants, hommes homosexuels etc.).
Et
enfin, ce fut l’année de la création de la fondation « Recherche
sur le Sida » sous la présidence d’honneur de S.A.R. la Grande Duchesse
héritière
Maria
Teresa. Le but de la Fondation est de favoriser la recherche au
Luxembourg. La Fondation est reconnue par l'Etat comme établissement
d'utilité
publique.
Le
programme de substitution par la méthadone a été mis en place en
1989 sous la coordination du Ministère de la Santé et de
la Fondation
«
Jugend an Drogenhëllef » (JDH). La même année la JDH débute ses
activités bas-seuil à Esch-sur-Alzette dans le cadre du programme
Drogues
et
Sida.
En
1989 le « Laboratoire de rétrovirologie » , initié par le CHL et
le LNS, fut créé par décision gouvernementale.
Le Laboratoire a débuté ses
activités
en 1991. Il est intégré au sein du CRP-Santé et était géré par les
membres du Service National des Maladies Infectieuses du CHL et
du
LNS.
En
1990 fut conclue une convention ASFT entre le Ministère de
la Santé et l’AIDSBERODUNG de la Croix Rouge, qui ouvre le premier
foyer pour
personnes
vivant avec le HIV/Sida, appelé « Foyer Patton ».
En
1992 fut créée l’a.s.b.l. « STOP AIDS NOW » composée de bénévoles
qui soutiennent le travail et les activités de l’Aidsberodung.
En
1993 fut lancé le « Programme national d’échange de seringues
» destiné aux personnes toxicomanes par le Ministère de la Santé.
Cette
initiative
était en partie destinée à endiguer la propagation du HIV parmi
la population d’usagers de drogues. A préciser que les seringues
ont
toujours
été en vente libre au Luxembourg. Le programme a atteint son objectif
dans la mesure où il a contribué à réduire de 22% en 1993 à 5% en
2004
la proportion de personnes qui se sont infectées au HIV par voie
d’injection intraveineuse de drogues.
Fut
créé en 1993 le projet dénommé initialement "Camionnette - SZENE
KONTAKT " (CNDS a.s.b.l.) en tant que dispositif d’intervention
mobile,
placé
aux environs de la gare ferroviaire de Luxembourg Ville. Dans une
optique de réduction des risques associés à la consommation intraveineuse
de
drogues, un service plus spécialisé fut ensuite mis en place par
l’équipe pluridisciplinaire du projet.
Au
cours de l’année 1995 a été mené le projet de prévention
HIV et vaccination hépatite B chez les prostitué(e)s de rue par
l’Aidsberodung de la
Croix-Rouge
Luxembourgeoise.
En
1996 le Comité de surveillance du Sida soumet les propositions
d’un deuxième plan d’action pluriannuel Sida au ministre de la Santé.
En
1997 fut lancé le projet « Roundabout Aids » qui se conçoit
comme un programme de prévention mobile dynamique et interactif
sur le Sida,
l’amour
et la sexualité et s’adresse principalement aux jeunes.
En
1998 furent publiés les résultats de l’étude « TESTQUEST
» portant sur un échantillon représentatif de personnes qui se sont
soumis
volontairement
à un test de dépistage Sida
En
1999 furent clôturés les travaux d’agrandissement du Foyer
Patton qui reçoit alors le nom de « Foyer Henry Dunant ».
En
2001 fut créée l’a.s.b.l. « AIDS AND CHILD » qui oeuvre dans
l’intérêt des enfants atteints du HIV/Sida et de leurs parents.
Créée
en 2002, l'a.s.b.l. AIDSAFE a comme objectif de sensibiliser
la population à la problématique du Sida, d'aider et d'appuyer le
Laboratoire de
Rétrovirologie,
STOP AIDS NOW a.s.b.l et l’AIDSBERODUNG - CROIX ROUGE.
En
2003 est inaugurée une annexe supplémentaire du Foyer Henry
Dunant, qui dispose dès lors d’une capacité de 16 chambres pouvant
accueillir
une
vingtaine de personnes.
En
2004, face à la recrudescence de l’épidémie du HIV, le Ministre
de la Santé charge le Comité de Surveillance du Sida de faire une
analyse des
besoins
en vue de l’élaboration d’une nouvelle Stratégie et plan d’action
en matière de lutte contre le Sida pour la période de 2006 à 2010.
Le
Comité
met en place une « task force » afin de mener à bien cette tâche.
La
Présidence luxembourgeoise du Conseil de l’UE a porté le thème du
Sida au plus haut niveau politique lors du sommet des chefs d’état
qui a eu
lieu
en juin 2005.
En
juillet 2005 la première « Salle de consommation de drogues » a
ouvert ses portes à Luxembourg-Ville selon un concept élaboré par
le Ministère
de
la Santé. La salle de consommation constitue une aide à la survie
et contribue à réduire les risques et dommages liés à la consommation
de
drogues
illégales dont notamment la transmission du HIV par injection intraveineuse.
Source:
Ministère de la Santé (2006). Stratégie et plan d’action en matière
de lutte contre le HIV/Sida 2006 –2010, p.11-13.
http://www.ms.etat.lu
Tel/Fax:
Tel:
(+352) 621 360 577
Fax: (+352)
n/v
Adresse:
Aids
& Child a.s.b.l
c/o Cinarelli Adrien
42, route de Mondorf
L-3260 Bettembourg <
Vereins-Sitz:
Aids & Child a.s.b.l
42, route de Mondorf
L-3260 Bettembourg